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03.05.2016 40 Reax
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Zarte Seelen

Im Zug mit Katja Walder.

Stephis Leidensdruck war gross, als sie sich letzte Woche an mich wandte: Warum nur, fragte sie seit längerem sich selbst und nun also auch mich, warum nur setzen sich Vielschwätzer im Zug immer zu Schlafenden, also zu ihr, ins Abteil? Weil wir beide keine abschliessende Antwort wussten, gab ich die Frage am Donnerstag an euch weiter. Und – tataa, auf euch ist Verlass – prompt habt ihr mir plausible Erklärungen geliefert. «Die Lösung ist einfach», schreibt etwa André B., «die Schwätzer fühlen sich ungestört. Denken gar nicht weiter ...» Psychologisch etwas nuancierter betrachtet Pascal W. die Sachlage: «Wir Schweizer sind ja eher zurückhaltende Menschen. Schlafende Personen sind ungefährlich, werfen keine bösen Blicke um sich und schnauben nicht, wenn man sich zu ihnen setzt – das ‹Isch da no frei?› kann man sich auch sparen, also muss man nicht einmal mit Fremden sprechen. Paradoxerweise müsste also die liebe Stephi mit offenen Augen im Zug sitzen, um ihre Ruhe zu haben.» Da haben wir es! Die Vielschwätzer wirken nur gegen aussen laut. Im innersten sind sie zarte, scheue Pflänzchen. Stephi, da gibts nur eines: Erbarme dich der bemitleidenswerten Seelen!

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