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Fadegrad

19.04.2016 83 Reax
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Der Nachbar: ein Mörder

Steilpass für Politphilosophin Dr. Regula Stämpfli.

Krieg, Angriff, Verteidigung machen die Schlagzeilen. Es ist ein Krieg, ja klar. Aber keiner von aussen, sondern von innen. Die Attentäter sind Franzosen, Belgier u. a. Die Tatsache, dass ihre Eltern dies vielleicht noch nicht waren, dass sie ihren (Irr-)Glauben als Legitimation vorbringen, soll nicht davon ablenken: Diese Mörder sind europäische Mörder. Sie stammen aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Soziologisch gleichen sie den NS-Tätern, der RAF oder dem Hutu, der seinen besten Freund aus seiner Kindheit mit der Machete niedermetzelte. Der Mördernachbar rechtfertigt seine Bluttaten mit: «Mein Kampf», mit  «Das Kapital», mit «Radio Ruanda» oder mit «Koran». Jeder Mörder hat einen Grund. Das Wiederholen dieser Gründe gibt den Mördern im Nachhinein recht. Doch kein Motiv entlastet Mörder. Kein Motiv entlastet deren Familien, die einen Mörder ihren Blutsverwandten nennen. Die Motive lenken von den blutigen Taten ab – dies gilt auch für staatlich legitimierte Mörder bei «Kollateralschaden». Das Werden und Tun potenzieller Mörder ist wichtig. Dies schulden wir allen Opfern. Wie werden Nachbarn zu Mördern? Man lässt sie von Motiven reden und reagiert auf ihre Motive. Zeit, damit aufzuhören. Paris muss andere Fragen stellen als nach 9/11.

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