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Generation L

01.12.2016 131 Reax
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Darum prüfe, wer sich ewig bindet

Buchautorin Linda Solanki.

Haustiere sind eine feine Sache. Je nach Tierart kann man mit ihnen spielen, schmusen, Spazieren gehen und ihnen Tricks beibringen. Sie spenden Trost und Liebe und freuen sich, wenn man heimkommt. Daher kann ich das Verlangen meiner Freunde nach einem tierischen Mitbewohner gut verstehen.

In den letzten paar Jahren sind Haustiere in meinem Freundeskreis nämlich zum Trend geworden. Kaum hatte sich die erste eine Katze zugelegt, folgten anderswo weitere Katzen, ausserdem Zwergpinscher, Labradore und Cockerspaniel. Anfangs war die Freude gross und die Vereinbarung von Sozialleben, Arbeit und Haustier kein Problem, da man zugunsten von Letzterem gerne eine Weile auf Ersteres verzichtete.

Doch bald merkten die meisten, wie viel Aufmerksamkeit, Hingabe und teilweise auch Nerven so ein Tierchen braucht. Die Jungkatzen beispielsweise tollten bevorzugt nachts herum und verwüsteten dabei die halbe Wohnung. Der aus dem Tierheim adoptierte Kater war auch nach drei Monaten noch nicht stubenrein und Zwergpinscher, Labrador und Spaniel wollten auch in unbequemen Situationen Gassi geführt werden, also auch bei Regen, über Mittag und Spätabends, wenn man eigentlich mit Freunden in einer Bar sass.

Und so kam es, dass sämtliche Haustiere – zumindest sämtliche Hunde und Katzen – weggegeben wurden. Manche davon wurden, sofern möglich, an die Eltern abgeliefert, andere an neue Besitzer, die sich der Verantwortung hoffentlich besser bewusst waren. Einen Hund zu halten benötigt meiner Meinung nach beinahe eben soviel Verantwortung wie ein Kind zu haben.

Man kann nämlich nicht mehr nach der Arbeit spontan etwas trinken gehen, wenn Fido zuhause wartet. Auch ein Wochenendtrip muss im Voraus gut geplant werden. Schliesslich muss zuerst ein Hundesitter organisiert werden.

Obschon ich Hunde liebe, würde ich mir nie einen kaufen. Weil ich weiss, dass ich diese Verantwortung nicht tragen und dem Hund deshalb kein schönes Leben bieten kann. Dennoch besuchte ich bei meinem letzten Parisaufenthalt ein Adoptionsevent für ausgesetzte Hunde und Katzen. Erschreckend, wie viele Tiere zur Adoption freistanden, und auch, wie die meisten Besucher, darunter viele Kinder, sich vor allem für Instagram-würdige Sujets interessierten. Kaum war der perfekte Schnappschuss gelungen, entfernte man sich wieder vom Tier. Adoptieren wollte kaum jemand.

Es ist traurig, wie respektlos wir mit Tieren umgehen. Dabei dienen diese weder unserem Amüsement, noch sind sie als Accessoires oder Spielzeug gedacht. Leider denken viele nicht weitsichtig genug, wenn sie sich ein Haustier anschaffen. Wie wäre es, wenn wir den Kauf eines Haustieres ähnlich behandeln wie eine gewollte Schwangerschaft? Dort ist die Rate der zum Adoption Freigegebenen zum Glück noch etwas kleiner.

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