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Generation L

19.04.2016 136 Reax
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It’s a small world

Buchautorin Linda Solanki.

Wahnsinn, wie klein die Welt eigentlich ist. Als ich nach Paris zog, dachte ich, ich kenne hier niemanden. Ich hatte jedoch vergessen, wie international man heutzutage lebt. Einen meiner Bekannten habe ich vor neun Jahren während meines Austauschjahrs in North Dakota, USA im Urlaub auf Hawaii getroffen. Er stammt aus Venezuela, wohnt seit zwei Jahren in Paris und zieht nächsten Monat nach Amsterdam. Andere kenne ich aus New York, von früheren Frankreich-Trips oder durch Freunde aus Zürich. Aber nicht nur die Tatsache, dass ich einer fremden Stadt vom Fleck weg bereits mit einem dutzend Leute bekannt war, verblüfft mich. Wem ich auch begegne – stets stossen wir auf gemeinsame Bekannte. Vor kurzem speiste ich mit einem meiner französischen Freunde. Mein Handy lag auf dem Tisch und leuchtete während des Mahles einmal auf. Mein Freund schielte auf das Display, das die Nachricht eines Kumpels aus New York anzeigte. „Max Muster?“, fragte mein Freund erstaunt. „Etwa Max Muster aus New York?“ Es stellte sich heraus, dass er vor ein paar Jahren „Max Musters“ Party besucht hatte, zusammen mit seinem Freund, einem Russen, mit dem er als Kind aufs Internat gegangen war. Dieser Russe ist heute übrigens mit Max Musters Ex und damaliger Freundin zusammen. Kenn ich. Kenn ich. Kenn ich. Eine andere meiner neuen Freundinnen ist dicke mit einer Italienerin, die mich vor ein paar Jahren in ihr Haus auf Capri eingeladen hatte. Entdeckt haben wir dies über Facebook. Dank Social Media weiss ich auch, dass eine Schwedin, mit der ich in Madrid zum selben Spanischunterricht ging, mittlerweile in London lebt, und dass eine Ukrainerin – getroffen in Miami – ebenfalls gerade dort weilt. Da ich am Wochenende hinfahre, haben wir uns bereits am Sonntag zum Lunch verabredet. Verrückt, wie international und vernetzt die Welt geworden ist, nicht? Verrückt und schön. Denn mit jeder Reise, mit jedem neuen Abenteuer, geht ein Abschied einher. Da erscheint es mir tröstlich zu wissen, dass man sich irgendwann wiedersieht. Irgendwo auf dieser wunderbaren, vielfältigen, gar nicht mal so riesigen Erde.

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