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Generation L

19.04.2016 99 Reax
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Liebe auf Französisch

Buchautorin Linda Solanki.

Ich gebe es zu, Anfangs war ich skeptisch gegenüber den französischen Männern. Immerhin habe ich in New York vier Franzosen gedatet – natürlich nicht gleichzeitig – und befand sie irgendwann für zu anstrengend. Diese vier Herren waren, jeder auf seine Art, übersensible Drama-Queens. Das wird nix mit Liebe in Paris, dachte ich, bevor ich herkam. Jetzt, zwei Monate später, kann ich sagen: Die Franzosen verdienen ihren Ruf als Charmeure.Vielleicht liegt es an Paris selber; die Stadt ist für Romantik gemacht. Man denke nur an den Eifelturm, die malerische Baumallee entlang der Champs-Élysées, Spaziergänge entlang der Seine – und wie könnte man seine Gefühle besser ausdrücken als mit einem Souvenir von Chanel? Tatsache ist, Franzosen sind wahnsinnig aufmerksam. Sie halten den Frauen die Türe auf, scheuen sich nicht, auf offener Strasse zu flirten, und sprechen nie von

Sex, immer nur von faire l’amour. Liebe machen. Süss. Sämtliche Rendezvous, die ich bisher hier hatte, könnten geradesogut aus einem Kitschroman stammen: Champagnerpicknick an der Seine, Privatführung durch Paris auf der Vespa, rote Rosen, Frühstück mit Blick auf den Eiffelturm, oder der Sonnenaufgang über ganz Paris von den Stufen der Sacre Coeur aus. Ich werde bekocht, beschenkt, mit Konzerttickets überrascht, vom Zug abgeholt und an lauschige Plätzchen entführt. Warum geben sich die hiesigen Männer so viel Mühe? Meine Freundin, geboren und aufgewachsen in Paris, schiebt es auf die Unsicherheit der französischen Männer. Denn, wie fast alle Männer und überhaupt Menschen, teilen sie nicht gerne, was ihnen viel bedeutet. Wenn sie also echtes Interesse an einem Mädel haben, vertragen sie den Gedanken nur schlecht, dass dieses sich eventuell auch mit anderen Männern treffen könnte. Und um das zu verhindern, geben sie Vollgas. Anfangs stimmte mich die übermässige Aufmerksamkeit misstrauisch. Wer sich dermassen ins Zeug legte, so war ich überzeugt, musste was im Schilde führen. Doch dann begriff ich: Natürlich. Die Liebe ist ein Spiel voller Hintergedanken. Egal, ob der Angebetete es täglich rote Rosen regnen lässt, oder ob er zu den Romantikverweigerern gehört, von denen man höchstens eine wohlwollende SMS erwarten darf, am Ende sind alle auf dasselbe Ziel hinaus. Der Weg dahin lässt sich jedoch viel schöner beschreiten, wenn er mit kleinen Überraschungen und Liebenswürdigkeiten bepflastert ist. Darum möchte ich den Schweizer Männern an Herz legen, es diesbezüglich wie die Franzosen zu halten. Selbst, oder vor allem, wenn man die Dating-Phase längst hinter sich gelassen und im Beziehungshafen angedockt hat. Es ist kein Geheimnis, dass ausseralltägliche Aufmerksamkeiten die Leidenschaft aufrecht erhalten können. Also, strengt euch an und macht eurer Liebsten eine Freude. Gilt natürlich umgekehrt auch für die Frauen.

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