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Generation L

10.08.2016 183 Reax
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Von der Saumode, Termine abzusagen

Buchautorin Linda Solanki.

Seit kurzem kristallisierte sich bei einer meiner Freundinnen ein Muster heraus. Wenn ich sie nämlich um ein mehr als vierundzwanzig Stunden entfernt liegendes Treffen bete, egal, ob es um einen Ausflug, ein Konzert oder auch nur einen harmlosen Kaffee geht, heisst es stets, sie könne leider nicht fix zusagen.

Auf ihr unverbindliches Benehmen angesprochen, erklärte sie mir, dass es ihr in letzter Zeit immer öfter passiert sei, dass sie zwar Pläne geschmiedet hatte, am Datum selber jedoch so gerädert gewesen sei, dass sie habe absagen müssen.

Das sei den Versetzten teils sauer aufgestossen, begleitet von ihrem schlechten Gewissen, so dass sie entschieden habe, von nun an nichts mehr definitiv abzumachen, sofern sie nicht zu einhundert Prozent sicher sei, den Termin dann auch einhalten zu können. Wie sie es mit dieser Methode schafft, überhaupt noch ein Sozialleben zu führen, ist mir ein Rätsel.

Andererseits hasse ich es ebenfalls, wenn man mir absagt, vor allem kurzfristig. Denn erstens habe ich mich meistens auf das Treffen gefreut und bin dann enttäuscht, und zweitens kann ich so spontan nicht immer ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen, bin also gezwungen, daheimzubleiben. Leider passiert es relativ häufig, dass jemand wegen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unlust oder auch mal wegen unpassendem Wetter absagt.

Von daher ist es vielleicht also gar nicht so schlecht, wie meine Freundin das handhabt. Wenn man sich nur halb auf etwas einstellt, dämpft das auch den Frust bei allfälliger Nichtdurchführung. Vielleicht sollten wir aber auch einfach diese Saumode begraben, nach Lust und Laune Termine zu canceln.

Im Geschäftsleben kämen wir schliesslich auch nie auf die Idee, ein Meeting ausfallen zu lassen, nur weil es gerade regnet. Warum behandeln wir unsere Freunde nicht einfach mit dem Respekt, der ohnehin die Basis einer Freundschaft darstellen sollte?

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