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Gimmas Welt

19.04.2016 226 Reax
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Als die mir den Strom abstellten

Rapper Gimma.

Die Geschichte vor dieser Geschichte: diese Geschichte hier handelt von einer Firma, die mir - absolut zurecht - den Strom abgedreht hat. Wegen 50 Franken. Deswegen schreibe ich eine Kolumne über dieses Erlebnis, um mir dieses Geld wieder zu verdienen. Und noch paar Hebel Spesen obendrauf. Danke deshalb dieser Firma! Mehrere Biere werden übrigens aus diesem Beitrag für die Mitarbeiter dieser Firma herausspringen, in der Beer Box. Wissta Bescheid, ne?

Zur Geschichte.

Es gibt nachsichtige Firmen. Es gibt Leute, die klopfen an der Türe, wenn sie in Sorge um jemanden sind. Es gibt Firmen, die agieren mit Weitsicht und Verstand. Und dann gibt es meinen Strom- und Wasser-Provider, der sich kürzlich feierlich entschloss, wegen einer sagenhaften 50 Franken Nach-Rechnung vom Sommer 2015 (!) Mal eben den Strom abzuwürgen. Ich habe ja nichts gegen etwas low-life Swagger und komme zur Not auch einen Tag ohne Strom aus. Aber das Verwunderliche war ja nicht die Tatsache, DASS der Strom abgestellt wurde, sondern wie und weshalb.

Diese Rechnung, ich kenne sie nicht, nie gesehen. Wir schieben dieser Firma gut und gerne 1500 Franken im Jahr, seit der Zähler installiert ist. Und wir zahlen auch. Seit diesen ominösen 50 Högern in Rechnung haben wir inzwischen 1200irgendwas Stutz in den Rachen dieser Monopolzentrale geworfen. Altes Haus, hohe Kosten. Ist halt so. Und damit wir uns verstehen: eine Rechnung, für eine Leistung, die man bezogen hat, gilt es auch zu bezahlen. Egal ob 50 oder 5000 Franken. Irgendwann muss geschüttet werden, das ist mir als Jongleur des Anti-Wohlstands durchaus bekannt. Deshalb bis hier: Schande über mich und meine Fahrläsigkeit.

Jetzt aber, zum Hergang. Ich wurde offenbar vorrangig per Eingeschriebenen Brief informiert. Den Brief mit der Mahnung habe ich nicht abgeholt, weil ich nicht da war. So einfach ist das.

Am heutigen Tag war ich aber da. Ironie des Schicksals: ich sass beim E-Banking, als urplötzlich, knapp 13.30 Uhr, alles ausfiel. Man muss wissen: in dieser Hütte fällt öfter Mal was aus: wenn im Restaurant alle Herde laufen und ich im ersten Stock beschliesse, den Ofen einzuschalten, kann der arme Kerl im obersten Stock abends eine Pfütze Suppe unterm Kühlschrank entsorgen. So verwinkelt ist das. Prähistorisch.

Mein Verteilzähler ist im Restaurant im Stock unter mir. Ich sehe den also nicht. Was ich aber sehr wohl sehe, ist, wenn jemand ins Haus kommt oder wenn jemand bei mir an die Tür klopft, dann höre ich den sogar. Ich habe eine Tür. Die ist sogar wirklich toll zum Klopfen, denn sie ist aus altem Holz, da macht anklopfen Spass. Hat aber keiner geklopft. Der kam, ging ins Restaurant, ging zum Verteiler und kappte mir meinen Dauerauftrag X mitten beim Ausfüllen. So ging das. Im Restaurant wollte keiner irgendwas verstanden haben, der Mann habe kein Wort gesagt, sei gleich wieder gegangen. Das war zwei Minuten später, wohlverstanden.

Das Telefonat mit dem ähm... «Dienstleister» endete mit grandiosen Inputs: zuerst schlug man mir vor, ich solle doch einfach schnell per E-Banking überweisen und dann die Quittung faxen oder mailen. Musste ich lachen. Zum anderen wollte man mir ernsthaft erklären, es sei nicht möglich gewesen, irgendeinen Batzen der bezahlten 1200+ Klöten auf die 50 ausstehenden zu buchen. Man kann mir echt viel Scheiss erzählen, aber unterm Strich ist es eben doch so, dass ich diesen Beruf, dieses «Buchhalten» durchaus gelernt habe und ziemlich genau weiss, was man mit so einem Buchhaltungssystem für Wunder vollbringen kann, wenn man nicht zu fucking faul ist, ein paar IBANs oder Beträge per «Zauberei» (Zauberei: Synonym für einen Aufwand von ca. fünf Minuten am Computer HÖCHSTENS) passend zu kriegen. Es gibt also offenbar zwei Institutionen, die dafür kein Talent besitzen: Strom-Dienstleister und Krankenkassen. Soviel wissen wir jetzt.

Natürlich ist die ganze Nummer primär Slapstick auf meine Kosten. Auch kann ich keinem böse sein, dass er in seinem Leben nicht bereit dazu ist, die Extra-Meile an Empathie und Sinnhaftigkeit zu gehen. Und zu allerletzt darf ich Vorwürfe machen, denn - wir leben in der Schweiz HALLO!!!??? - 50 Franken sind 50 Franken.

Nun, long story short ending: ich ging persönlich vorbei, gab denen Geld plus Spesen, sagte kein Wort und habe mir meinen Teil gedacht.

Ein Telefon hätte genügt, ein Mail, ein Klopfen an der Tür. Ich hätte mich selbstverständlich entschuldigt, das wäre mir alles ziemlich peinlich gewesen.

Jetzt ist es für Die genauso peinlich. Voilà. Und ich habe eine Kolumne drüber geschrieben, dafür Geld bekommen: jetzt habe ich an dem Laden auch noch Geld verdient. La vita e bella. Und das ohne den Namen dieser Firma zu nennen! BESTES:SPONSORING:EVER! Auf in die Box. Trotzdem, heute dürft ihr «Fail» drücken. ;)

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