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Gimmas Welt

10.05.2016 44 Reax
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Die Jammeris in Bundesbern

Rapper Gimma.

Frivol: «so, dass es offen auf sexuelle Dinge anspielt». Mit dieser Formulierung wurde Bundesrätin Sommaruga von Roger Köppel bedacht. Diese hüpfte hernach mit wehender SP Fraktion von dannen, während sich Köppel anschliessend selber öffentlich auf die Schultern klopfen durfte als «Admiral Verbalkeule». Und das SVP Gevolk tat es im lemminglich gleich, wobei mir in den Kommentarspalten eher verschloss, ob denn der Begriff der Wollust auch wirklich prozessiert wurde im Verlaufe der Diskussion darob, was man man denn nun dürfte.

Natürlich ist das Wort «frivol» komplett aus dem Kontext gerissen. Aber, Alter… hätte ich das einer meiner Tanten oder Freundinnen gesagt, hätte ich ein 5-Finger Sandwich garniert abholen dürfen. Meine Mutter pflegte stets zu sagen: «Kumm obanaba denn klöpf dr eins do dunna». Weil Grössenunterschied. Hüpfen beim Ohrfeigen sieht doof aus.

Roger Köppel ist ein extrem talentierter Wandler am Pfade des Abgrunds zum Vergessen jedes Benimms. Aber er schleicht genau dort entlang, wo er gröbste Hackbeile als filigrane Skalpelle verpackt. Wie ich übrigens auch. Dass er zu gut Deutsch einer Bundesrätin ins Gesicht – am Mikro! – sagte, sie lockere ihr Unterhöschen zum Verkehr mit der EU. Nunja, also müssen wir nicht lange überlegen, ob solches Lautwerk aufgefahren werden muss. Muss es nicht.

Aber – oh Gott ich kann selber nicht glauben dass ich gleich Köppel verteidige – ABER diesen Leim hat die Schweiz sich selber zuzuschreiben. Es wurde mir Zeit Lebens in der Musik, der Werbung, den Kolumnen folgendes gepredigt: schreib was du willst, so extrem es sein möge, aber schreib es in Worten, die keinen stören. Das wurde mir eingebläut. «Ficken» = Böses Wort! «karroter la mokka röhre» = unverständlich, also gebilligt! Sobald man mit Synonymen oder Formulierungen jongliert, fällt die Hälfte der Leser aus und der Shitstorm kann zumindest abgewendet werden unter Vorhalten der Freiheit der Kunst oder was auch immer. Wenn der Empfänger nicht weiss, dass da ein Finger in seinem Gesäss etwas sucht, weiss er auch nicht, bei welchem Arzt er ist.

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