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Gimmas Welt

07.10.2016 48 Reax
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Ganz grob verrutschen

Rapper Gimma.

Ich habe 2 Wochen hinter mir, in denen wörtlich Nichts geklappt hat. Wie ein Kreisel, das sich elegant eine Weile angespannt zu sich dreht, dann aber urplötzlich taumelt, ausrutscht und fällt. Natürlich nicht ohne schlingernd vom Tisch auf den Fussboden zu fallen. Da lag ich also, auf diesem Fussboden.

Mir war schlecht. Nicht akut verdorben schlecht, sondern «Zwerchfell übersäuert am Krampfen» schlecht, gepaart mit diesem herrlichen Unwohlsein hinter der Stirn, dort wo an guten Tagen die Einhörner Rosenduft pupsen. Richtig miese Stimmung, schlechtes Körpergefühl und fortschreitende Isolation. Höre mir zu Hause wieder die ganzen traurigen Alben an, die ich während meiner Pubertät schon missbrauchte, um mein Geheule zu rechtfertigen. Naja, wobei das nicht ganz der Wahrheit entspricht. Heule willkürlich, und selten wegen Musik.

Schreiben wird zur Herausforderung. Es kommt zwar viel aus mir heraus, aber nichts kommt zu einem Ende. So kommt es dann auch, dass 2 Wochen lang keine Kolumne erscheint. Tauche quasi also auch noch virtuell unter, nachdem ich sowieso schon weitestgehend auf Social Media Flutung verzichte ausser im Büro. Keine Updates. Leute erkundigen sich, ob ich mein Handy verloren hätte. Nein, eigentlich habe ich nur keine Lust auf private Konversation. Aber die Ironie ist schneller als die Idiotie: ich verliere tatsächlich auch noch mein Handy.

Eine Woche ohne Knochen ist bisweilen gar nicht so schlecht, merke ich. Tatsächlich gibt mir diese Zeit ohne Internet und Telefon überraschend viel Ruhe und auch ein gewisses Selbstvertrauen zurück. Plötzlich kaufe ich wieder bewusster ein, stehe lange in der Küche und lese gleich mehrere Bücher fertig, nehme einige originalverpackte Comics endlich aus der Hülle. Ich versuche die begonnenen Kolumnen zu Ende zu bringen. Es gelingt. Gehe wieder auf lange Wandermärsche, gehe auch abseits der Wege und spreche durchaus auch wieder mit Menschen.

Manchmal ist es einfach komisch aber ich kenne mich inzwischen gut genug um zu wissen, das alles vorbeigeht.

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