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Gimmas Welt

19.04.2016 132 Reax
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Geistiger Kleinstadt Tourismus Graubünden

Rapper Gimma.

In Graubünden kennt man AdWords nicht. Hat einer gesagt.

Ach müssen das tolle Zeiten gewesen sein, als es noch reichte, der schönste Kanton der Welt zu sein und alle in die Alpenrepublik pilgerten als gäbe es Goldbarren umsonst dafür.

Was waren es noch wunderbare Zeiten, als man namhafte Künstler beauftragen durfte, unseren Kanton für die ersten Plakate in den Städten in und um die Schweiz farbenprächtig zu präsentieren.

Ach müssen es schöne Zeiten gewesen sein, als man noch ganzseitige Inserate in den grössten Tageszeitungen schalten konnte und dies ausreichte, damit man im Gespräch blieb.

Ja, als das Geld noch reichte, weil man als einziger Geld hatte. Man kennt das ja aus Schweizer Sicht.

Ja, müssen das grandiose Zeiten gewesen sein, als eine topmoderne Agentur aus einem Stadtkanton Hilfe verschaffte (Messias!) bei der Herkulesaufgabe, den Tourismus in den Computer zu bekommen, weil Internet noch keiner in den Alpen verstand oder hatte. Zumindest keiner über 40. Aber sowas wächst ja nach, so Mensch –Dings, so Know-How.

Diese Zeiten sind vorbei. Tourismus funktioniert hochsensibel, mehrspurig, on- und offline, viral und mit Storytelling, in China und in Chur und alle reden dir in den Kabis, wie du den schönsten Kanton der Welt vertreten sollst. Die Hoteliers und Gastronomen heulen dir die Hucke voll, die Angestellten träumen von Österreich und so viele fahren mehrmals pro Jahr einfach durch den Alpenkanton durch und bringen höchstens noch Devisen an die Raststätten (die Städtern gehören). Ja, es ist fies.

Der Kanton, immer noch so schön wie eh und je. Mit besseren Angeboten als eh und je und so überhaupt gar nicht unattraktiv hat Fachstellen und Projekte, da geht dir das Herz auf. Zumindest solange, bis du direkt mit diesen Stellen zu tun hast als Anbieter von touristischen Angeboten. Ja, logisch, nicht jede Beiz zeichnet sich durch Innovationsgeist aus und Nein, ich verteidige hier nicht Jugendlichkeit und Moderne per se. Aber wenn der Mediensprecher von Graubünden Tourismus in einer (online) Zeitung über AdWords Schaltungen über ausländische Agenturen zum besten gibt ,dass ihnen nicht bekannt gewesen sei, dass es in Graubünden Agenturen gäbe, die eine solche Dienstleistung zur Verfügung stellten“, do kehrts mi imfall!

Ja, es ist viel einfacher in die Offensive zu gehen, wenn man selber nicht am Hebel sitzt. Aber gerade jetzt, wo um mich herum so viel Innovationsgeist auftaucht, fällt mir umso mehr auf, wie unfassbar clownesk sich einige Entscheidungsträger an der Realität vorbeimogeln, während die Null-unterstützten Innovatoren sich dann solche Sätze wie oben anhören dürfen. Und es gäbe noch gravierendere Beispiele aus jüngster Zeit, die ich nicht aufwärmen möchte. Es ist schade. Aber solange man sich für eine Kampagne alle paar Jahre auf die Schulter klopfen darf in Zurigo unten, ist ja alles in Butter. Nur: Preise bringen keine Devisen. Liefera statt lafera. Oder ein Buch lesen. Über AdWords zum Beispiel.

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