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Gimmas Welt

19.04.2016 48 Reax
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Ich wollte einen Liebesbrief schreiben

Rapper Gimma.

Es war ein Donnerstag. Und am Donnerstag gehst du nicht raus. Sagt Mama. Sagte. Sitze auf der Veranda und höre Grillen zirpen und Spatzen von den Dächern bechern. Vor mir die leere Flasche Rioja. Es wäre durchaus möglich gewesen, den Abend geziemt und geziert elegant zu absolvieren, keine Abrede. Ich hätte mir ein fancyschmancy Midlife-Crisis Buch schnappen können und etwas veganes kochen, Schardohnée at ce Zeug. Ich hätte irgendwelche Kumpels anrufen können und dann eben doch in der Stadt landen, wie so ein trauriges Beispiel. Das notorische Mitternachtsbums-Phänomen der Mittdreissiger-Trauerweide.

Aber, Liebe, swia. Ich habe den Laptop auf dem Holztisch. Die Dame, ich kenne sie jetzt seit 4 Wochen. Wir haben noch nie miteinander gesprochen und Ja auch mein Psychologe wundert sich manchmal über meine Ausfälle in solchen Dingen. Sie steigt jeden Tag um 19.00 Uhr aus dem Bus, den ich von genau hier meiner Veranda aus sehen kann. Deshalb setzte ich mich eine halbe Stunde vorher mit der Flasche Rioja und 2 Gläsern hierhin. Doch sie kam nicht. Das zweite Glas war übrigens nicht für sie gedacht. Ich mache Dinge, von Zeit zu Zeit, die dienen nur der Erzählung danach. Der Laptop starrte mich mit grossen, leeren Augen an um 7. Da war keine Angebetete und ich Angeber betete umsonst in die frühabendliche rätische Pampa. Der Bus fuhr vor, und er fuhr wieder davon. Wie so eine Schlampe auf Rädern. Scheiss Bus.

Dabei habe ich die nette adrette Anette im Bus kennengelernt. Eine Mischung aus Latina und Eskimo, auf 1.80, Honiglächeln, angezogen wie Bollywood, Brille Fielfrau. Neienen, unter uns; ich kann sie nicht beschreiben, sie sieht jedes Mal anders aus und ich habe keinen Bezug schaffen können zu Wandelbarkeit. Im Bus sitze ich immer in der Nähe von Fahrern oder Türen. Und sie steht immer in der Mitte. Sie steigt zu irgendwann und steigt aus irgendwann und im dümmsten Fall erlebe ich das zuvorderst im Bus ohne jeglichen Augenkontakt, ausser über die Reflektion der Trennscheiben zum Eingang und dem Fahrer. Total Teenie, but don't judge, ihr wart auch schon so.

Ich hasse Mücken und Fliegen mehr als alles andere und mit alles andere meine ich auch den IS und die NSA plus die FIFA. Dann habe ich begonnen zu tippen, einen herrlich schnulzigen Liebesbrief. Der hätte Lavendelduft, könnte er furzen. Die Worte, blumig wie eine Beerdigung, romantisch wie der Pariser Smog und mit der Leidenschaft eines spanischen Separatisten morgens um 5. Darum liess ich es bleiben. 20 Uhr, ich war stockbesoffen, die Grillen zirpten, ich dachte an Pornhub und die Spatzen konnten mich Mal.

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