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Gimmas Welt

19.04.2016 61 Reax
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Japanische Death-Metal Girl-Groups

Rapper Gimma.

Es gibt Dinge, die tönen so spannend, das man einfach dabei sein will. Wie zum Beispiel ein Raketenstart. Oder auch ein Homecoming eines Weltmeisters. Da will man definitiv Teil der Sphäre sein, die ein solches Ereignis streift.

Es war Donnerstag, wir sassen alle wie gehabt beim Feierabendbier in der Stammknälle. Die üblichen Diskussionen über Politik und Musik entsponnen, die legitime Beleidigerei war am Start und mit den Stunden wurde es lustig wie immer. In unserem verschlafenen Nest blüht zur Zeit gerade das Nachtleben auf. Es gibt mehr als ein halbes Dutzend Clubs und Konzertsäle in naher Fuss-Distanz, die in gesunder Konkurrenz zueinander stehen und im Moment eine tolle Dynamik entwickeln. Man geht plötzlich wieder gerne raus.

Umso mehr freut man sich auch, wenn einer dieser Clubs ein Booking an Land zieht, das per se schon Spannung verspricht. Und darüber wurde nicht nur gesprochen, es gab Videos zu sehen, Berichte zu lesen und viele verwirrte Gesichter von denen man am folgenden Abend so einige im Publikum antraf.

Galmet sind eine Death-Metal Band aus Japan, bestehend mit kompletter Frauenbesetzung. Und ja, das ist genau so faszinierend wie es sich anhört. Sowohl akustisch als auch optisch.

Im kleinen Saal der Bowlingbahn Palazzo haben höchstens um die 200 Leute Platz und es waren etwas mehr als 150 würde ich schätzen, die bereits bei der Vorgruppe ihren Spass hatten. Zwischen den beiden Bands fand noch ein KEG-Handstand-Wettsaufen statt (sofern ich das korrekt mitgeschnitten habe). Danach durften alle Zeugen einer ziemlich absurden Performance vorstellen.

Nun, man hat ein Klingeln aus Klischees im Kopf, wenn man die Worte «junge Japanerin spricht lustig» hört. Genau so klang die erste Ansage der Sängerin von Galmet. Dass sie nicht noch abschliessend mit gefalteten Händen vor dem Mund kicherte, war das einzige, was die erste Ansage von den pubertären Sexphantasien eines Manga Fans unterscheidet. Aber dann, aber dann. 1,2,3,4!

Die Bühne im Club ist nicht besoders hoch. Deshalb war von weiter hinten auch nicht besonders viel zu sehen ab dieser Sekunde. Aber zu hören war ein Gegrunze, das jeder Horror-Konkurrenz locker das Wasser reicht. Das wäre also zwar eher state-of-the-art als besonders, wäre es nur eben nicht aus derselben zierlichen Person gekommen, die Sekunden zuvor noch mit höchst piepsigem Stimmbild und holperndem Japanenglisch die Mattenträger begrüsst hat. Und ab diesem Moment geht es eine Stunde lang rund. Die Metall-Fans sind begeistert, ich stehe paralysiert neben dem Mischpult und schwanke zwischen Grinse- und Schockgesicht. Mir gefällt was ich höre aber fast nicht sehe. Die japanischen Frauen sind ja eher klein geraten und man sieht sie meistens nicht, weil Metall-Fans eher gross geraten sind, aber das Geschrei in den Tiefenlagen geht durch Amrk und Bein.

Am Merchandising Stand, nach einer Stunde plus Zugaben, sitzen sie da und verkaufen Shirts und CDs, lächeln alle an und nicken fröhlich durch den Raum, posieren für Fotos und ich schwöre, gerade als ich gehe, höre ich hinter mir dieses Manga kichern. Aus derselben Frau, aus der eben noch Geräusche aus der Hölle quollen.

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