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Gimmas Welt

10.11.2016 92 Reax
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«US Wahlen: Scheisse vor der Haustür»

Rapper Gimma.

Ach was habe ich mich genervt, als der junge Bush kam. Wie trieb es mich zur Weissglut diese Thomy F's und Katzenfrisur Mörgelis ins Bundeshaus ziehen zu sehen. Was dachte ich mir schon beim alten Le Pen meinen wütenden Teil. Aber wie stand ich auch irritiert neben den Chaoten am 1. Mai, wie irritiert sah ich zu, wie sich der Schwarze Block und die Punks am WEF auf die Fresse gaben, wie unwohl war mir als binnen Tagen die UNIA zum Sexismustempel wurde usw usf. Es ist doch alles immer wieder eine Überforderung für Leute wie mich, die weder Geschichte studiert haben, noch mit wütendem Groll der führenden Elite auf die Finger schauen. Nein, ausserhalb meines Kantons reicht meine politische Bildung noch knapp bis zum Wahlzettel. Und manchmal hangle ich mich tagelang von Artikel zu Artikel und ändere Ansätze meiner Meinung im Stundentakt, weil so viele nachvollziehbare, aber für mich uneinordenbare Argumente auf mich einprasseln.

So auch jetzt. Bis heute früh um 07 Uhr dachte ich, dass weitere Jahre schwebender Blockade die USA einlullen würden. Dann wurde es eben doch diese Orange. Und jetzt? Soll ich heulen? Ist es mein Problem? Wie soll ich mich gegenüber diesem Umstand aufstellen? Ich habe keine Ahnung. Und es ist mit Sicherheit nicht meine Aufgabe, jetzt ganz Amerika zu verurteilen oder Gnade mir Gott zu glauben, ausgerechnet meine Meinung zur Sache hätte irgend eine prägende Gültigkeit. Nichts davon.

Nein, ich bin gewiss kein Vorbild in politischen oder gesellschaftlichen Fragen. Aber die Borniertheit einiger meiner «Freunde» hier auf Facebook, die ohne jedes Fundament einen ganzen Kontinent umfassend beleidigen für eine Entscheidung, die noch nicht einmal von einer Mehrheit der Wähler getroffen wurde, sagt mir eines: eure verlogene Scheisse könnt ihr selber fressen. Ihr seid nicht besser als irgendwer, denn vor eurer Haustüre regiert genauso ein brauner Haufen und den habt ihr so wenig verhindert, wie ihr den USA irgendetwas vorzuschreiben habt. Heuchelei nennt man das. Es beginnt bei der Ernährung, dem sogenannten «Lifestyle», der Attitüde, euren Posts zu jedem Scheiss-Thema zwischen den aussterbenden Thunfischen und euren Urlaubsfotos mit einer Ökobilanz jenseits jedes AKWs. Das kotzt mich an. Wenn eure Aufgabe nicht per se ist, über Medien eine Meinung kund zu tun wie zum Beispiel Journalisten, solltet ihr euch echt zuallererst selber an der Nase nehmen und einmal reflektieren, wie ihr euch das Recht erworben habt, Leute für Dinge pauschal zu verurteilen, mit denen ihr etwa so viel zu tun habt wie ÖffÖff mit Seife. Wir leben im selben Dreck und entgegen der Tatsache, dass wir die Mittel hätten, anderen auf dieser Erde zu helfen, zentrieren wir unsere Lebensenergie auf unsere Ausgewogenheit und einen tonnenschweren Zeigefinger, der komischerweise wie magnetisch nie zu einem selbst zeigt. Das sollte euch zu denken geben.

Ich schliesse mich aus diesem Umstand nicht vollständig aus. Dennoch glaube ich, inzwischen wenigstens soweit an Vernunft gereift zu sein, dass ich wenigstens nicht suggeriere, ich wüsste auch nur einen Deut besser als sonstwer, wie diese Erde besser zu gestalten wäre. Ich kann es nur bei mir versuchen. Das solltet ihr vielleicht auch einmal, ihr verlogenen Neo-Hipster-Sozialfundis, ohne jede Auszeichnung und Qualifikation. Wenn ihr die Mittel habt und sie nicht nutzt, seid ihr nämlich das Problem, nicht die Lösung. Und jeder einzelne eurer Posts hier ist nur ein verzweifelter Hilferuf «schaut her, ich bin auch wichtig, ich bin auch gut, ich denke auch an andere, denkt bitte auch an mich». Fuck that. Dieser Herr Trump hat alles aus euch rausgeholt. Ausser der Einsicht und einem Selbstbewusstsein. Denkt daran, bevor ihr wieder euren bleiernen Zeigefinger rausholt, ihr Schönwettermenschen.

Danke, habe fertig und freue mich, dass es meiner Familie gut geht und dass meine Freunde rational miteinander umgehen. Möge dieser Tag viel Positives bewegen, egal wie die Karten verteilt wurden.

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