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Aus dem Schulzimmer zum Fake-News-Imperium: Diese zwei Teenager verdienen Geld mit Lügen

Das Geschäft mit den Falschnachrichten boomt. Leider.

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Screenshot Hot Global News

Auf den ersten Blick sieht Hot Global News aus wie eine normale Nachrichtenseite. Doch es gibt einen grossen Unterschied: Kein einziges Wort darauf ist wahr. Hinter der Fake-News-Zeitung stehen die zwei Jungs Yaman Abuibaid (16) und Dare Adebanjo (18) aus Kanada. Sie erfinden Geschichten rund um Politik, Gesellschaft, Drogen und Terror – und verdienen damit Zehntausende US-Dollar im Monat.

Yaman Abuibaid (16, l.) und Dare Adebanjo (18) schreiben gefälschte Nachrichten. play
Yaman Abuibaid (16, l.) und Dare Adebanjo (18)schreiben gefälschte Nachrichten. Instagram

Aus dem Schulzimmer zum Chefredakteur

Angefangen hat alles im Schulzimmer der 10. Klasse, als Yamans Lehrer von Premierminister Justin Trudeaus Plan, in Kanada Marihuana zu legalisieren, erzählte. Yaman zückte sein Handy, begann zu schreiben, photoshoppte ein Bild. Dann veröffentlichte er den Post auf seiner Nachrichtenseite, die er ein Jahr zuvor mit seinem Kumple Dare gestartet hatte, unter dem Titel «Justin Trudeau baut Marihuana-Shops in allen Städten Kanadas». Nur einen Tag später hatte er mit dem Artikel 900 Dollar durch Adsense-Werbungen von Google verdient. Mittlerweile wurde er seit seiner Veröffentlichung im Oktober 2015 bereits mehr als 170'000 Mal gelesen und 22'000 Mal geteilt.

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Mittlerweile verdienen die Teenies mit Nachrichten wie «Justin Trudeau verbietet Pokémon Go in Kanada»  und «ISIS versteckt Bomben in Puppen um Kinder zu töten» nach eigenen Angaben rund 3'000 Dollar am Tag. «Unser Ziel sind 1 Million Facebook Fans», erzählt Yaman «Buzzfeed News». Mittlerweile zählt ihre Seite schon über 90'000 Fans.

Der Leser erkennt kaum, dass er in die Irre geführt wird

Satirezeitungen wie der «Postillon» in Deutschland und der «Enthüller» in der Schweiz erfreuen sich immer grösser werdender Beliebtheit. Anders als die beiden Seiten verfasst Hot Global News aber keine klar gekennzeichneten satirischen Beiträge. Ihre Strategie liegt bei der Irreführung. Im Header und im About Us-Teil steht zwar in winziger Schrift «Satire News & Entertainment»,  der Leser merkt im Artikel aber oft nicht, dass er gerade eine frei erfundene Nachricht liest. Das kann schon mal passieren, wenn er über einen Facebook-Post auf den Bericht stösst, ohne die Fake-News-Seite und ihr Konzept zu kennen.

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Screenshot Hot Global News

Besonders problematisch kann das Lügen-Konzept vor allem bei politischen Themen werden. In einem Artikel erzählt Hot Global News von einem Terroristen, der sich als Syrischer Flüchtling getarnt nach Kanada einschmuggelte – alles frei erfunden und 30'000 Mal geteilt.

«Warum sollte irgendjemand solche Geschichten für echt halten? Aber man realisiert schon auch, dass Menschen viele Dinge, die sie online sehen, auch glauben. Das nutzen wir zu unserem Vorteil», so Yaman zu «Buzzfeed». Und weil ihr Konzept so gut ankommt, haben die beiden Freunde mit «The National Sun» und «The Global Sun» noch zwei weitere Seiten für ihre erfundenen Nachrichtenmeldungen gegründet.

Facebook scheint mitzuspielen

Vor zwei Jahren kündigte Facebook an, eine Funktion zu testen, die in Zukunft vor Falsch-bzw. Satiremeldungen warnen soll. Zusätzlich gab der Social-Media-Riese Anfang 2015 bekannt, Falschmeldungen in Zukunft weniger Leuten anzuzeigen. Laut einer Untersuchung von «Buzzfeed» seien die Engagement-Zahlen danach tatsächlich kurzzeitig gesunken, aber Anfang 2016 wieder rasant in die Höhe geschossen. Fake-News-Seiten wie Hot Global News profitieren davon.

PS: Diese Story ist übrigens nicht erfunden – genau so wenig wie alle anderen unserer Geschichten auf blickamabend.ch.

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