Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Bewegender Facebook-Post eines mutigen Londoners: Weil sie einen Hijab trägt, wird Frau als Terroristin beschimpft

Ashley Powys sorgt mit seinem Facebook-Post für Aufsehen. Er schreibt über einen Vorfall in der Londoner U-Bahn, wo eine junge Muslima aufgrund ihrer Kleidung beleidigt und für die Anschläge in Paris mitverantwortlich gemacht wird. Für seine Reaktion erhält er Tränen der Rührung.

, Aktualisiert 4'498 Reax , 30'711 Views
teilen
teilen
461 shares
  play
Ashley Powys/Getty Images

Der Brite Ashley Powys (22) steigt in die Londoner U-Bahn und setzt sich gegenüber einer jungen Frau, die einen Hijab trägt, hin. Sie lächeln sich gegenseitig an, sagen aber nichts. Dann merkt der junge Mann, wie die Frau kurz zu jemandem hinter ihm aufschaut und schnell wieder den Blick senkt. Dann hört er «Scheiss Paki» hinter sich rufen. Die Geschichte postet er bei Facebook und erreicht damit in Kürze über 41'000 Likes und 18'000 Shares.

In seinem Post erzählt er weiter:

Der Mann näherte sich der Frau und beleidigte sie weiter. Er nannte sie «Turbankopf», «Terrorist», «Abschaum» und sagte, dass «ihre Leute» die Opfer von Paris an diesem Wochenende getötet haben. Ohne nachzudenken stand ich auf und schubste ihn von ihr weg, da er ihr gefährlich nahe stand und sie verängstigte. Glücklicherweise richtete er dann seine Aufmerksamkeit auf mich, indem er mich unter anderem «Terrorist-Sympathisant» nannte.

Ich setzte mich neben die Frau, die zu diesem Zeitpunkt schon Tränen in den Augen hatte und habe sie nach ihrem Namen gefragt. Sie sagte Yara. Der Mann beschimpfte sie weiter, während ich versucht habe, sie abzulenken. Ich habe sie nach ihrem Tag gefragt und andere Smalltalk-Themen ins Spiel gebracht. Währenddessen schaute ich immer, dass ich eine Art Barriere zwischen ihr und dem Mann bilde, damit er keinen direkten Zugang hat und ihr weh tun kann.

Meine Haltestelle wurde ausgerufen und ich fragte sie, ob sie möchte, dass ich bis zu ihrer Haltestelle bleibe. Als ich fragte, liefen ihr Tränen hinunter, wegen, wie sie es sagte, meiner «enormen Güte und Tapferkeit». Ich denke nicht, dass das stimmt. Ich habe nur jemanden in Not gesehen und es liegt in meiner Natur dann alles, was in meiner Kraft liegt, zu tun.

An ihrer Haltestelle begleitete ich sie nach draussen, wo ihre Freunde auf sie warteten. Ich fragte sie, ob sie solche Beschimpfungen häufig über sich ergehen lassen muss. Und zu meinem Erstaunen sagte sie ja. Ich umarmte sie zum Abschied und versicherte ihr, dass es ganz viel solche Leute wie mich gibt und dass sie in ihrem eigenen Land nie Angst haben sollte. Und das IST ihr Land, ihre Stadt.

Was in Paris am Wochenende passiert ist, ist eine Gräueltat. Was im Mittleren Osten jeden Tag geschieht, ist eine Gräueltat. Und der einzige Weg, vorwärts zu machen und sich zu erholen, ist sich gemeinsam zu vereinen, als Menschen, die nicht terrorisiert werden wollen. Und das hat mich an dem Tag am meisten schockiert. Kein anderer Mensch hat sich für Yara eingesetzt. Sie sassen ruhig da und liessen die Gräueltat geschehen. Das ist das Problem mit unserer Gesellschaft. Das Schweigen ist unsere grösste Schwäche. Wir müssen anfangen, zu sprechen und uns für andere einzusetzen.

Die Terroristen in Paris haben Bars, Restaurants, ein Stadion und eine Konzerthalle angegriffen. Plätze, die uns näher bringen sollen und uns aufgrund unserer Gemeinsamkeiten vereinen. Und das wollen diese Feiglinge nicht. Sie wollen, dass wir uns untereinander bekämpfen. Wenn wir uns bekriegen, haben wir keine Zeit für sie.

Ich liebe es, in London zu leben. Wegen der Vielfalt der Charaktere und der Kultur. Jeden Tag lerne ich in meinem Beruf etwas Neues über Menschen. Aber wenn wir diese Vielfalt mit «Bedrohung» oder «Invasion» verwechseln, machen wir uns lächerlich und beleidigen die Kultur der anderen.

Leute wie Yara verdienen es nicht, wegen der Kleider, die sie tragen, ihrer Hautfarbe oder ihrem Glauben beleidigt zu werden. In der Zeit, in der wir leben, ist es unglaublich, dass Menschen wie sie trotz der Angriffe ihren Glauben zeigen. Yara ist viel mutiger als ich. Sie und Menschen wie sie ermutigen mich, für das aufzustehen, woran ICH glaube. Und das ist eine gleichwertige, freundliche und verständnisvolle Gesellschaft, trotz religiöser und kultureller Differenzen. Schlussendlich sind wir am stärksten, wenn wir uns vereinen.

Ich möchte, dass wir ISIS und anderen Gruppierungen, die Angst und Hass verbreiten, eine Botschaft schicken. Ich möchte, dass wir eine Botschaft schicken und sagen, dass das, was sie zerstören, wir gemeinsam wieder aufbauen. An Leben, die sie nehmen, erinnern wir uns gemeinsam. Und die Menschen, auf die sie zielen, verteidigen wir gemeinsam. Unsere beste Ressource sind wir. Und darauf sollen wir uns verlassen können.

Bitte passt auf euch gegenseitig auf. Freunde und Fremde. Du weisst nie, wann du jemanden brauchen wirst, der dasselbe für dich tun wird.

Hier noch der Original-Post:

 

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Bilder des Tages

Mehr zum Thema

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren

Social Stream


Das könnte dich auch interessieren

Bilder des Tages

In den Flieger «hineinfliegen»
1 Reax

Heiss auf Blick am Abend

Schnügel des Tages

Schnügel vom 09.12.2016
3 Reax