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Bewegte Geschichte: Gassenjunge, Gamer, Guetzlibäcker

Mario Stegmann, Mitgründer des «Sleepers», erzählt seine Geschichte. Es geht um das Leben als Punk. Und um Anis-Chräbeli.

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Wenn man es denn eine Karriere nennen kann, so ist sie eine jenseits aller Schablonen. Mario Stegmann (57) war Punk, Drogenabhängiger, Gassenbub, mehr als einmal von der Polizei verhaftet. Mittlerweile ist er die bekannteste Figur in der Notschlafstelle «Sleeper», die graue Eminenz dort – auch im farbigen Sinn des Wortes. Ende 2014 wurde dem «Sleeper», der Menschen für fünf Franken pro Nacht ein Dach über dem Kopf bietet, der Sozialpreis der Stadt Bern verliehen. Mittlerweile ist «Moor», wie ihn alle nennen, vom Randständigen zum akzeptierten Mitglied der Gesellschaft geworden.

Auf verschlungenen Wegen, so wird in seiner Biografie klar. Der Titel «Niemand soll frieren müssen», zeigt es auf: Moor zog als Bub mit seiner Familie von Logis zu Logis und lebte später auf der Strasse. «Als Kind sind wir ständig umgezogen. Manchmal blieb ich nur ein halbes Jahr in derselben Schule. Mit 15 bin ich nach Hamburg abgehauen, per Autostopp. Ich wollte mir ein Tattoo stechen lassen. Mit einem Messer und einem Schiff unter der Haut bin ich zurückgekehrt.»

 Schon früh entwickelt er eine Faszination für militärische Gegenstände, sammelt Gewehre, aber auch Dinge wie originalen Armee-Faden. In den bewegten 80er-Jahren, der Zeit der Jugendunruhen, hat er damit verletzte Leute genäht. «Betäubt haben wir sie mit Wodka und Jägermeister.» Dies ist die krude Seite des «Moor». Ein spleeniger Alt-Punk mit mittlerweile grauen Dreadlocks, der irgendwie den Rank gefunden hat.

Dann zeigt seine Geschichte aber auch die Seite, die so gar nicht möglichen Vorurteilen entspricht. Den Menschen Mario Stegmann, der als «Unggle Moor» zwar mit strengem Regime im Sleeper für Ordnung sorgt, der für seine wahren Freunde aber alles tut. Stegmann liebt Punkmusic, Comics und ist ein passionierter Gamer. Stundenlang pröbelte er an Lara Crofts Rätsel herum, bevor er das Spiel schliesslich schaffte.

In seiner bewegten Lebensgeschichte erzählt der gelernte Koch zum Schluss, dass er jährlich das Weihnachtsessen im «Sleeper» kocht. Dazu gehören auch Weihnachtsguetzli. Am liebsten bäckt er Anis-Chräbeli. Das seien ja Guetzli, die «man entweder mag oder nicht». Und: «Ich liebe sie, wenn sie noch ganz weich und frisch sind, aber auch, wenn sie richtig knackig und hart sind.» Irgendwie ist Mario «Moor» Stegmann selbst ein AnisChräbeli.

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