Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Bundesratswahl: Aeschi und Gobbi jagen Favorit Parmelin

Einen Tag vor der Bundesratswahl liefern sich die drei offiziellen SVP-Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aus der Pole-Position startet der Waadtländer Guy Parmelin.

, Aktualisiert 80 Reax , 461 Views
teilen
teilen
25 shares

1. Thomas Aeschi

Liebling der Rechten, rotes Tuch für die Linken - Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi. play
Liebling der Rechten, rotes Tuch für die Linken - Der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi. zvg

Darum wird ers: Der Zuger gilt für viele als der fachlich kompetenteste und gescheiteste der offiziellen SVP-Kandidaten. Besonders ins Finanzdepartement, das nach dem Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf frei wird, würde der HSG- und Harvard-Absolvent hervorragend passen. Thomas Aeschi gilt als ambitioniert und fleissig. Er spricht sehr gut Englisch und Französisch – und versteht auch Italienisch ganz gut. Aeschi hat zudem den Deutschschweizer-Vorteil. Es sitzen bereits zwei Romands im Bundesrat.

Darum wird ers nicht: Aeschi ist Blocher-Zögling und pflegt zum SVP-Übervater einen heissen Draht. Was ihn viele Stimmen kosten wird. Er ist 36 Jahre jung – und hat kaum Führungserfahrung. Aeschi gilt als der stramm rechteste der drei Kandidaten. Und hat deshalb in den Hearings versucht, dies zu kaschieren. In der BDP lobte er Widmer-Schlumpf, in der GLP gab er sich gesellschaftsliberal. Viele kritisieren, Single-Mann Aeschi sei für sie zu wenig menschlich, mehr roboterhaft. «Es ist bei ihm keine Liebe spürbar», sagt ein Parlamentarier.

Fazit: Aeschi wird in seiner SVP vor allem in den entscheidenden Wahlgängen am meisten Stimmen erhalten. Auch aus der FDP gibts Unterstützung. Weiter links wird er auf Granit beissen. Um die Wahl zu schaffen, braucht er aber Mittestimmen.

2. Norman Gobbi

Unterstützung aus der Mitte - Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi. play
Unterstützung aus der Mitte - Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi. zvg

Darum wird ers: Norman Gobbi hat bei den Hearings am meisten überzeugt – und macht von Tag zu Tag Boden gut. Er könnte die Tessin-Absenz im Bundesrat beenden. Gobbi hat als Einziger der drei Exekutiverfahrung. Seit vier Jahren sitzt der 38-Jährige in der Tessiner Regierung; derzeit amtet er gar als Regierungspräsident. Das Polit-Schwergewicht ist dreisprachig. Gobbi ist umgänglich und punktet mit südländischem Charme. Und: In sozialpolitischen Fragen unterstützte er im Tessin linke Rezepte, was der SP gefällt.

Darum wird ers nicht: Gobbi politisierte seine ganze Karriere lang in der Lega dei Ticinesi, einer Rechtsaussen-Bewegung, die mit markigen Sprüchen den Bundesrat und die politischen Institutionen verhöhnt. Nur um Bundesrat zu werden, trat er kurzerhand der SVP bei – für viele ein staatspolitisches Unding. In der Vergangenheit machte Gobbi mit rassistischen Aussetzern von sich reden – betitelte einen schwarzen Hockey-spieler etwa als «Negro». Gobbi ist auch ein wenig Alibi-Kandidat – mit dem Ziel der SVP, die Lega dereinst einzuverleiben.

Fazit: Gobbi wird in den ersten Wahlgängen gut abschneiden – und wohl je länger, je mehr zurückfallen. Auch weil er ohne Hausmacht in den entscheidenden Wahlgängen wenige SVP-Stimmen erhalten wird. Am meisten punktet er in der Mitte.

3. Guy Parmelin

Der Mann der Linken? - Der Waadtländer Nationalrat Guy Parmelin. play
Der Mann der Linken? - Der Waadtländer Nationalrat Guy Parmelin. zvg

Darum wird ers: Für die Rats-Linke und bis weit in die Mitte hinein gilt Guy Parmelin als das kleinste Übel. Dies, obwohl er in den Kernthemen die harte SVP-Haltung konsequent mitträgt. Der Waadtländer gilt als konziliant, und viele trauen ihm zu, sich gut in eine Kollegialbehörde zu integrieren. Mit 56 Jahren ist er der Erfahrenste – und in Bern auch am besten vernetzt. Der Weinbauer sitzt seit zwölf Jahren im Nationalrat. Viele Deutschschweizer werden aus Eigennutz den Welschen wählen, um dereinst bessere Chancen zu haben, selbst in die Kränze zu kommen.

Darum wird ers nicht: Guy Parmelin machte in den Hearings laut mehreren Quellen eine schlechte Falle. Weit unter den Erwartungen seien seine Auftritte gewesen. Er wirkte etwas lustlos und sehr zurückhaltend. Parmelin hat keine Exekutiv-Erfahrung. Er lehnte es 2011 sogar ab, für die Waadtländer Regierung zu kandidieren. Obwohl er gute Chancen gehabt hätte. Bereits zwei Romands sitzen im Bundesrat, ein dritter hätte historischen Seltenheitswert. Parmelin hat eine Sprachblockade – er hat sowohl mit Deutsch als auch mit Englisch Mühe.

Fazit: Parmelin ist der Favorit für die Bundesratswahl. Insbesondere bei der Rats-Linken dürfte er Stimmen machen. Und auch in der Mitte, der FDP und seiner SVP hat er Unterstützer. Parmelin ist als Einziger für keine Partei ein rotes Tuch.

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Bilder des Tages

Mehr zum Thema

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren

Social Stream


Das könnte dich auch interessieren

Bilder des Tages

In den Flieger «hineinfliegen»
0 Reax

Heiss auf Blick am Abend

Schnügel des Tages

Schnügel vom 09.12.2016
2 Reax