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Das braune Netzwerk von Rüti ZH: Die netten Nazis von nebenan

Sie geben sich als nette Nachbarn und fallen im Quartier kaum auf. Aber in der Region Rapperswil-Jona SG haben sich Rechtsextreme eingenistet.

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Aufgeflogen sind sie nach dem Neonazi-Konzert in Unterwasser SG, an dem bis zu 6000 Besucher teilnahmen. Der «Zürcher Oberländer» schreibt, eine Spur führe von der Nazi-Veranstaltung direkt an den Zürichsee.

Die Halle gemietet und damit das Nazi-Konzert erst möglich gemacht hatte der deutsche Thai-Koch Matthias Melchner (29). Er ist Mitbetreiber des Tattoostudios Barbarossa in Jona. Dort sticht man gerne Nazisymbole. Gegenüber Journalisten sind die Neonazis wortkarg. «Melchner ist nicht Mitbetreiber, wie geschrieben wurde», behauptet ein Herr mit Glatze in gebrochenem Deutsch. Er habe nur bei der Korrespondenz geholfen, weil die Nazis in Jona Probleme mit Amtsdeutsch hätten.

Die Nachbarschaft ist alarmiert. Ein Herr mittleren Alters sagt zu BLICK: «Ich bin erschrocken, als ich las, was die dort treiben.» Ihm sei aufgefallen, dass die Besucher des Tattoostudios Glatzen und Bomberjacke tragen. Ansonsten habe man nichts Auffälliges bemerkt.

Konzertorganisator Melchner wohnt nur wenige Autominuten entfernt in Rüti ZH – in zweifelhafter Nachbarschaft. Bloss 200 Meter weiter wohnt Kevin G.* (28) in einem dreckig braunen Haus. Er ist Gründer der Neonazi-Band Amok und trat ebenfalls in Unterwasser auf. 2015 griff G. in Zürich einen Juden an und soll dabei «Heil Hitler» gerufen haben.

Ein anderer Treffpunkt der Nazis sei die Boomerang-Bar in Jona, munkeln Anwohner. Von aussen sieht die Beiz unauffällig aus. Ein Blick ins Handelsregister zeigt aber: Bar und Tattoostudio haben denselben Besitzer. Ein gewisser Manuel Rigamonti. Über Nazis in seiner Beiz äusserte er sich bereits vor einiger Zeit, als es dort zu einer Schlägerei kam: «Neonazi finde ich ein böses Wort. Das sind Menschen, die sich politisch rechts orientieren.»

Dass sich Rechtsextreme ohne Aufhebens in eine Gemeinde integrieren, überrascht Extremismus-Experte Samuel Althof nicht: «Wir müssen das Bild des glatzköpfigen Klischee-Neonazis begraben. Diese Menschen wirken auf den ersten Blick wie nette Nachbarn. Wer sie aber zum Grillieren einladen würde, würde recht schnell merken, wer da nebenan den biederen Nachbarn mimt.»

* Namen der Redaktion bekannt

Rapperswil zittert vor Neonazi-Aufmarsch «Ich habe Angst»
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