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♕✪♘☼☺: Das ist der Sinn hinter der Schriftart «Wingdings»

Für alle, die gedacht haben, Wingdings sei nur sinnloses Kauderwelsch: Es steckt ein einfacher Gedanke dahinter.

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Wingdings-Zeichen dienten vielen Kindern als Geheimschrift. play
Wingdings-Zeichen dientenvielen Kindern als Geheimschrift. Gemeinfrei

Als Kind hast du sicher auch mit Wingdings rumgespielt. Damals, ohne Smartphone, war es schon unglaublich, mit einem Computer «spielen» zu dürfen. Die lustigen Symbole in Microsoft Word dienten uns als Geheimschrift oder wir wollten einfach rausfinden, welches Symbol bei welcher Taste rauskommt. Aber hast du Wingdings jemals wieder benutzt? Wahrscheinlich nicht. Für die meisten Leute ist Wingdings eine Spielerei. Aber die Schrift hat eigentlich einen einfachen Zweck.

Ding-was?

Wingdings hat seinen Ursprung in den sogenannten Dingbats. Dingbats sind Zeichen, die von Schriftsetzern früher verwendet wurden, um Seiten zu verzieren. Man nennt sie auch Zierrate. Als Bücher noch mit beweglichen Lettern gedruckt werden mussten, konnten mit diesen Dingbats einfach Seiten verziert werden, ohne dass für jede Seite ein Zeichner engagiert werden musste. Die Verzier-Blöcke wurden für verschiedene Seiten einfach neu angeordnet. Hier ein Beispiel von einer Doppelseite voller Ornamente.

Die Verzierungen können neu arrangiert werden. play
Die Verzierungen können neu arrangiert werden. Gemeinfrei / Wikicommons

Als allmählich Computer für den Buchdruck verwendet wurden, konnte man ein Bild nicht einfach googeln und es dann in ein Text-Dokument einfügen. Google und die Google-Bildersuche existierten noch gar nicht. Dingbats allerdings schon. Wenn du also zum Beispiel das Zeichen für «männlich» ♂ brauchtest, hast du dafür eine Dingbat-Schrift verwendet. Das hat sogar einige Vorteil gegenüber einem Bild: Das Symbol hat genau die gleiche Grösse wie der Rest deines Textes und da es eine Vektor-Grafik ist, kann sie beliebig vergrössert werden und sieht (auch gedruckt) immer top aus.

Darum heisst es Wingdings

Die erste Dingbat-Schrift wurde vom berühmten Typografen Hermann Zapf 1978 entworfen. Microsoft wollte aber eine eigene Schrift und übernahm 1990 diverse Zeichen aus der Lucida-Familie. Daraus schufen sie die Schrift Wingdings. Der Name ist eine Kombination aus Windows und Dingbat.

Auch heute werden die Dingbat-Zeichen noch häufig verwendet. Zum Beispiel in simplen digitalen Displays oder in Zeitungen, um das Ende eines Artikels zu kennzeichnen. Hier ein Beispiel aus der heutigen Blick am Abend-Ausgabe.

Der schwarze Kreis ist ein Dingbat-Symbol. play
Der schwarze Kreis ist ein Dingbat-Symbol. Screenshot Blick am Abend

Wingdings wurde also nicht entwickelt, um ganze Texte daraus zu erstellen. Es ist auch kein Scherz von Microsoft. Wingdings ergänzt einfach andere Schriftarten und Symbole. Dingbat-Schriften erlaubten es uns, Seiten zu verzieren, als Computer noch nicht reif genug waren, riesige Bilder zu bearbeiten. Die einfachen Symbole können als der Urgrossvater der Emojis gesehen werden.

Und dank Wingdings können wir auch noch heute Dinge wie das hier einfach eintippen:

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