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Die 10 verrücktesten Selbstversuche: Wenn Menschen die Grenzen des Vorstellbaren sprengen

Aus Wissensgier oder Ruhmsucht unterziehen sich manche Menschen unvorstellbaren Torturen. Der Grat zwischen Erkenntnisgewinn und Effekthascherei ist bei solchen Experimenten stets ziemlich schmal. Dennoch brachten es einige gar bis zum Nobelpreis.

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1. Einnahme von Cholera-Erregern

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zvg

Im Jahr 1892 kippte sich der Münchner Hygiene-Professor Max von Pettenkofer vor den Augen seiner entsetzten Studenten ein Glas mit rund einer Milliarde Kommabazillen, dem Erreger der Cholera, hinunter. In seinem Streben nach Anerkennung wollte der 74-Jährige seinem Dauerrivalen Robert Koch so endgültig beweisen, dass nicht die Bazillen, sondern Umwelt- und Bodenverhältnisse die entscheidende Ursache für den Ausbruch der Krankheit waren.

Er überlebte und bekam lediglich eine Darmverstimmung, was dazu führte, dass sich der Professor in seiner falschen Annahme erst recht bestätigt fühlte. Es wird vermutet, dass sich von Pettenkofer schon Jahre vor seinem lebensmüden Experiment mit Cholera infiziert und dadurch eine Immunität gegen die Krankheit entwickelt hatte.

So viel Glück hatten nicht alle: Der Brite Andrew White etwa vermutete, Malaria könnte gegen Pest immun machen. Und steckte sich in der Folge mit beiden Erregern an. Er überlebte keine Woche.

2. Das Alkoholiker-Experiment

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RTL

Für seine Sendung «Das Jenke Experiment» auf RTL hat Jenke von Wilmsdorff schon als Obdachloser und alter Mann gelebt. Um Frauen besser zu verstehen, hat sich der 49-Jährige sogar mal in künstliche Wehen versetzen lassen. Doch den mit Abstand riskantesten Selbstversuch unternahm er im vergangenen Jahr, als er freiwillig einen Monat lang das Leben eines Alkoholikers führte – mit einem Dauerpegel von rund ein Promille.

Nicht ohne Folgen: «Am dramatischsten fand ich meine Wesensveränderung. Ich wurde sehr übellaunig und total lustlos. Mich hat es erschreckt, dass sich das schon nach kurzer Zeit so bemerkbar macht», gestand von Wilmsdorff später in der «Welt». «Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist es schwerer, damit aufzuhören, als man denkt. Nach den vier Wochen Experiment hatte ich wirklich ein Alkoholproblem. Ich habe viele Wochen gebraucht, um wieder zu einem kontrollierten Trinkverhalten zurückzukehren.»

3. Pillen aus Erbrochenem

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zvg

Gerade als sich das Gelbfieber gegen Ende des 18. Jahrhunderts in epidemieartigen Wellen ausbreitete, machte es sich der ambitionierte Medizinstudent Stubbins Ffirth zur Aufgabe, zu beweisen, dass sich die tödliche Krankheit nicht von Mensch zu Mensch übertrug. 

Infolgedessen begann er ab 1802, sich das Erbrochene von Gelbfieberpatienten auf verschiedenste Weise zu injizieren. Er führte es sich über Einschnitte im Arm ein, träufelte es sich in den Augenbereich, inhalierte die Dämpfe des Erbrochenen und presste sich daraus Pillen. Anschliessend probierte er Ähnliches mit Urin, Speichel und Blut von Erkrankten. Bei all diesen Versuchsreihen kam es zu kleineren Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Entzündungen, jedoch nie zu einer Infektion mit Gelbfieber.

In seiner Unwissenheit – dass in Wirklichkeit Stechmücken für die Übertragung des Gelbfiebervirus verantwortlich waren – ahnte er nicht, wie knapp er der gefährlichen Infektion entronnen war. Denn eine Ansteckung von Blut zu Blut wäre durchaus möglich gewesen.

4. Zwei Jahre ohne Wasser

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YouTube Screenshot

Der US-Amerikaner Peter Filak will 150 Jahre alt werden. Mit einem sehr eigenwilligen Rezept: Der selbsterklärte Gesundheits- und Lifestyle-Reformator verzichtet auf jede Form von Getränken. Filak behauptet, seit dem 5. Mai 2012 um 17:00 Uhr keinen einzigen Schluck mehr getrunken zu haben. Er ernährt sich fast ausschliesslich vegan und verzichtet komplett auf Drogen und Alkohol. Er sagt, er komme mit 800 bis 1000 Kalorien pro Tag aus, die er in Form von ganzen Früchten und Gemüse zu sich nimmt.

Seit er seinen Job als Krankenpfleger im Dezember 2012 an den Nagel gehängt hat, missioniert er auf YouTube für seinen Lebensstil und hat sage und schreibe sechs Bücher herausgegeben, in denen er sich mit Themen wie Sexualität, Krankheit und Sucht auseinandersetzt. (Hier geht es zu kompletten Geschichte über Peter Filaks Anti-Trink-Diät).

5. 70 Jahre ohne Nahrung

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AP Photo/Ajit Solanki

Noch viel weiter als Peter Filak geht Prahlad Jani aus Indien: Der 85-Jährige Yogi behauptet nämlich, seit über 70 Jahren nichts mehr gegessen und getrunken zu haben - dank Meditation und göttlichem Segen. Schon zwei Mal, 2003 und 2010, wurde der Asket in einem Krankenhaus der westindischen Stadt Ahmedabad untersucht. Die Ärzte wollten die Wahrheit hinter dem vermeintlichen biologischen Wunder ans Licht bringen. Zudem erhofften sie sich von der Untersuchung Hilfe bei der Ausarbeitung von Überlebensstrategien bei Naturkatastrophen, unter extremen Stressbedingungen oder bei Raumfahrtmissionen auf den Mond oder den Mars, wie der «Spiegel» schreibt. 

Bei seinen mehrtägigen Krankenhausaufenthalten wurde Jani rund um die Uhr beobachtet und hat laut Aussagen der Ärzte weder gegessen, getrunken noch uriniert. Nach der ersten Untersuchung hiess es, Jani ernähre sich seit seinem achten Lebensjahr von aus einem Loch im Gaumen strömender Flüssigkeit, die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ersetze. Die genauen Ergebnisse wurden aber nie bekannt.

6. Arm gehoben – für immer

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AP Photo/Rajesh Kumar Singh

Ein anderer indischer Asket namens Amar Bharti griff auf seinem Pfad zur Erleuchtung zu einer besonders masochistischen Methode: Vor fast 41 Jahren verliess er seine Frau und seine Kinder. Dann steckte er seinen rechten Arm in Richtung Himmel – um ihn zeitlebens nie wieder zu senken.

Inzwischen ist der Arm verkrüppelt wie ein alter verhutzelter Ast. Die Fingernägel sind in unterschiedliche Richtungen verwachsen. Auch wenn Amar es wollte, sein Arm wird sich nie wieder nach unten biegen lassen. Selbst nach seinem Tod nicht.

7. Tierhoden als Verjüngungsmittel

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Getty Images

Auf der Suche nach der ewigen Jugend setzte der eigentlich angesehene Mediziner Charles-Edouard Brown-Séquard aus Paris 1889 eine verrückte Idee in die Tat um: Er pürierte die Hoden eines jungen Hundes, vermischte diesen Brei mit destilliertem Wasser und injizierte sich das Ganze in den Unterarm.

Schon bald prahlte Brown-Séquard, das Hoden-Elixier mache ihn leistungsfähiger und steigere seine Libido, was er an absurden und wenig wissenschaftlichen Messgrössen wie der Stärke seines Urinstrahl festmachte. Eine kurze Zeit lang war das vermeintliche Potenzmittel in der Hauptstadt der Liebe heiss begehrt. Nachdem sich allerdings zahlreiche Patienten deftige Blutvergiftungen geholt hatten, war es mit der Euphorie schnell vobei.

8. Exzessiver Drogenkonsum zu Forschungszwecken

Wenn es in Deutschland einen Mann gibt, der beim Thema Drogenkonsum weiss, wovon er redet, dann ist es Dr. Christian Rätsch. Der Mann mit dem langen Rauschebart ist renommierter Wissenschaftler und Experterte für psychoaktive Pflanzen in einer Person. Im Jahr 2004 veröffentlichte er sein Magnum Opus: die Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Sie gilt heute als Standardwerk der Wissenschaft. Viele der darin behandelten Drogen – von Kokain über Opium bis hin zu Zauberpilzen und LSD – hat Rätsch selber ausprobiert. Ohne dabei eine Abhängigkeit entwickelt zu haben zu werden, wie er sagt. Nach über zwei Jahrzehnten Drogenexperimente im Selbstversuch kommt Rätsch zum Schluss: «Psychoaktive Substanzen sollten frei verfügbar sein. Jedem solle die Möglichkeit gegeben werden, selbst heraus zu finden, welche ihm am besten zusagt.»

Da dürften ihm nicht nur die Gesetzgeber, sondern unter anderem auch der Chirurg William Halsted widersprechen. Halsted experimentierte mit Kokain als Mittel zur Lokalanästhesie - und wurde abhängig. Obwohl er danach in der Medizin grosse Erfolge feierte – er führte die erste radikale Mastektomie zur Behandlung von Brustkrebs durch – liess ihn die Sucht bis zu seinem Tod nicht mehr los.

9. Der erste Herzkatheter

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Getty Images

Im Jahr 1929 unternahm Werner Forssmann den wohl berühmtesten medizinischen Selbstversuch der Geschichte: Im Rahmen einer Selbst-OP schob er sich einen langen, dünnen, mit sterilem Olivenöl eingefetteten Schlauch durch die linke Ellenbogenvene bis hin zum Herz. Daraufhin machte er mithilfe eines Röntgengeräts die Beweisaufnahme, die nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt elektrisieren sollte. Denn: Forssmann hatte sich soeben den ersten Herzkatheter der Medizingeschichte gelegt.

Obwohl ihm neun weitere Versuche gelangen bleib Forssmanns Lestung von der Fachwelt lange Zeit unbeachtet. Erst 27 Jahre nach seinem Selbstversuch erhielt er den Nobelpreis für Medizin.

10. Zwölf Mal erhängt

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zvg

Nicolas Minovici, ein rumänischer Gerichtsmediziner, hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem Seil insgesamt zwölf Mal eigenhändig aufgehängt. Trotz höllischen Schmerzen, vielfarbigen Blutergüssen und Frakturen an Kehlkopf und Zungenbein wollte er nicht Halt machen, bevor er es 26 Sekunden am Galgen aushielt.

Seine Erkenntnis: Die meisten Erhängten dürften wohl nicht ersticken, sondern an der unterbrochenen Blutzufuhr zum Gehirn sterben. Irgendeinen praktischen Nutzen konnte Minovici aus seinen Experimenten allerdings nicht ziehen.

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