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Fit oder fett: Fitness, die aus der Eiszeit kommt

Gesund werden und bleiben heisst, den Hormonhaushalt regulieren und unterschwellige chronische Entzündungen reduzieren. Der wichtigste und zugleich billigste Regulator ist die Kälte. Eine Gebrauchsanleitung.

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Warum soll Kälte der wichtigste Hormonregulator sein? Ganz einfach: Man könnte denken, dass der grösste Feind der warmblütigen Säugetiere Kälte ist, denn sie  mussten in den 67 Millionen Jahre ihrer Existenz Dutzende von Eiszeiten überstehen –  aber die Evolution hat uns deshalb mit einem Hormonsystem ausgerüstet, das uns die Kälte zum Freund macht. Dabei spielt das Leptin die Rolle eines  Hormondirigenten. Es bestimmt, wann uns wo Fettzellen angelegt werden, ob es sich dabei um weisses Fett zur Wärmeisolation und um braunes Fett zur Produktion von Wärme handelt. Das Leptin sagt auch, wann genügend Fett- und Energiereserven angelegt sind und sendet dann ein Sättigungssignal und verdirbt den Appetit.

Dabei lässt sich das Hormonsystem von der Kälte, vom Tag- und Nachtrhythmus und von den Jahreszeiten leiten. Im Sommer bis Spätherbst nützt das Leptin die dann reichlich vorhandenen Kohlenhydrate um Fettreserven anzulegen und um einen Frostschutz in die Zellen einzubauen. In dieser Phase werden die Säugetiere zu Diabetikern. Im Winter stellt Leptin auf die Verbrennung von Fett und Ketonkörper und schaltet den Stoffwechsel auf Schongang – bis hin zum Winterschlaf.

Der moderne Mensch hat diesen hormonellen Taktgeber – im Wortsinn – ausgeschaltet. Wir schalten die Heizung an, das Wetter aus. Wir machen mit dem Lichtschalter die  Nacht zum Tag, wir isolieren uns mit Gummisohlen von der Elektrizität der Erde und wir schützen uns mit Brillen und Sonnencreme vom ultravioletten Licht der Sonne und wir futtern das ganze Jahr hindurch Kohlenhydrate.  Damit bringen wir – unter anderem – auch den Leptinhaushalt durcheinander.

Ein immer häufiger anzutreffendes Symptom dieser Entwicklung ist die Wampe. Kein Zufall. Leptin wird vornehmlich in den Fettzellen gebildet. Die Wampe ist ein Zeichen dafür, dass das Sättigungssignal im Hirn nicht mehr ankommt. Wir werden leptin-resistent. Es herrscht sozusagen immer Spätherbst, aber der Winter, der uns wieder leptin-sensitiv machen soll,  geschweige denn der Winterschlaf (was für uns schon mal längere Schlafzyklen aufgrund der längeren Nächte bedeuten könnte!) kommt nie.

Nun können wir natürlich nicht mehr leben wie einst die Höhlenmenschen, aber es gibt Tricks, Bio-Hacks, die uns helfen, ins hormonelle Gleichgewicht zurück zu kommen. Viele Kulturen haben deshalb die Tradition des Fastens entwickelt. Ein anderer Zugang ist die Kälte. In der modernen (Sport-) Medizin wird sie heute wieder vermehrt eingesetzt. Der Neurochirurg Jack Kruse etwa benutzt sie zum postoperativen Schmerzlinderung und zur Entzündungshemmung. Dabei ist ihm unter anderem aufgefallen, dass Kälte die Zellen dazu zwingt, Fett statt Zucker zu verbrennen. Da er sich zudem stark für Evolutionsbiologie interessiert, ist er auf die Idee gekommen,  die Kälte sehr viel breiter anzuwenden.

In der Schweiz hat sich unter anderen Anja Leitz, die Leiterin der Therapiezentrum Steinfels, von Kruse und anderen Hormonforschern inspirieren lassen. In ihrem Buch „Better Body, Better Brain“ verrät sie, wie man Kälte im Alltag praktisch nutzen kann.

Es Beginnt mit einem Test: Man trinke ein Glas Wasser mit Eiswürfeln. Verspürt man danach ein Stechen im Kopf, bedeutet das, dass das Verhältnis von Omega-6 und zu wenig Omega-3-Fetten weit über dem für alle Säugetiere optimalen Bereich von 2 bis 4 zu 1 liegt. Das heisst: Mehr Fisch essen, um seine Kältetauglichkeit zu verbessern. Willkommener Nebeneffekt: Die Schmerzempfindlichkeit nimmt generell ab.

 

Dennoch kann man schon mal mit dem ersten Schritt beginnen: Man tauche das Gesicht in kaltes Wasser, hole kurz Atem, tauche wieder ein, bis das Gesicht leicht rosig ist. Eiswürfel verstärken den Effekt. Das verbessert schon mal die Leptin-Empfindlichkeit. Nebenwirkung: Tränensäcke schrumpfen. Tageslicht kann besser verwertet werden.

2. Schritt: Kalt duschen. Mit der Zeit hält man es immer länger aus. Nebeneffekt: Die Haut wird gestrafft, das Energieniveau nach der Dusche steigt.

3. Schritt: Bauchspeck ist nicht nur ein Symptom eines gestörten Insulinhaushalts. Hier werden auch die Hormone produziert, die uns dick machen. Also vor dem Einschlafen Kältebeutel aus dem Gefrierschrank nehmen, mit einem dünnen Tuch oder Haushaltspapier umwickeln und auf den Bauch und/oder auf den Nacken legen. Ab und zu Lage verändern um Frostbeulen zu vermeiden (Frostbeulen entstehen nur bei einer schlechten O6-O3 Ratio oder bei einer Östrogendominanz. In einer späteren Phase kann man auch ganze Eistüten auflegen. Nebenwirkung: Tiefer Schlaf, bessere Fettverbrennung, weniger Appetit, Aktivierung der Schilddrüse.

4. bis tausendster Schritt: möglichst oft barfuss gehen. Durch die Erdung nützen wir auch die Bioelektrizität der Erde.

 

Weitere Schritte: Sich möglichst oft kalter Luft oder kaltem Wasser aussetzen. Wasser wirkt 24 mal stärker. Kühle Luft hält man länger aus. Schlafen bei kühlen Temperaturen bzw. bei offenem Fenster. Weniger Heizen. Der Körper stellt sich darauf ein, indem er weisse in braune, wärmeerzeugende Fettzellen umwandelt. Gemäss einer Studie verbrennen schon 50 Gramm zusätzliches braunes Fett täglich bis zu 400 zusätzliche Kalorien. Mehr Kältetricks hier und hier.

Kälte ist kein universelles Heilmittel, aber einer der vielen Tricks mit denen man versuchen kann, ins hormonelle Gleichgewicht zurückzufinden und leidige chronische Entzündungen reduzieren kann. Zudem sind diese Bio-Hacks leicht anzuwenden und nicht nur billig, sondern gar kostensparend – weniger Kleider, weniger Heizung, weniger Schuhsohlen und vor allem seltener krank! Denn nun kommt das Immunsystem auf Touren!

Kälte wirkt vor allem dann, wenn auch auf der Seite der Ernährung vor allem zwei Dinge beachtet werden: Genügend Omega-3-Fette und nicht zu viele Kohlenhydrate. Vor allem in Winter soll man möglichst darauf verzichten.

Mehr zur Kälte und Fettzellen hier.

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