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Fit oder fett: Knochensud und Kotu Kola – so sanieren die Inder ihren Darm

Wir sind so gesund wie unser Darm. Hier kommt Teil 2 unseres ayurvedischen Programms zur Sanierung unseres Verdauungstrakts.

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Die Darmflora ist so etwas wie die Wiederentdeckung des Jahrzehnts. Die Forschung läuft auf Hochtouren. Es vergeht kaum noch ein Tag, ohne dass wir Neues erfahren: Bei den Bären etwa wird der Winterschlaf von der Darmflora gesteuert. Im Herbst sorgen die Bakterien dafür, dass der Bär Fett ansetzt, im Winterschlaf sorgt eine andere Zusammensetzung der Darmbakterien dafür, dass der Organismus auf Fettverbrennung umschaltet.  Offenbar ist die Darmflora ein zweites Gehirn, das unser Verhalten und nicht zuletzt die Essgelüste und Gewohnheiten steuert.

Es ist deshalb kein Zufall, dass die meisten Bücher über die Darmflora von Nervenärzten geschrieben werden. Eine von Ihnen ist die indisch-amerikanische Neurologin Kulreet Chaudhary, auf die sich dieser Beitrag im Wesentlichen stützt. Chaudhary stützt sich ihrerseits (auch) auf die Erkenntnisse der Jahrtausende alten ayurvedischen Medizin, die schon sehr früh offenbar genaue Vorstellungen davon entwickelt, wie uns der Darm beeinflusst, und wie wir ihn „umschulen“ können.

Doch dieser Vorgang braucht Zeit - ähnlich wie das Erlernen einer Fremdsprache. Erst gilt es, den Darm vorzubereiten. Darüber haben wir im ersten Teil dieser Serie geschrieben. Das Programm beruht auf einem Tee aus Koriander, Kümmel und Fenchel, dazu braucht es Triphala und Floh-und Leinsamen. Jetzt sollte der Darm aufnahmebereit sein – keine Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.

Im zweiten Teil kommen jetzt noch vier weitere „Tricks“ dazu:  Zwei indische Kräuterpulver, Brahmi und Ashwagandha (je ein halbes Gramm zum Frühstück und ein weiteres vor dem Abendessen) stärken das Gehirn. Man findet sie in allen Ayurveda-Läden oder via Internet. Die Hühnerbrühe und den Gemüse-Fruchtsaft – je dreimal wöchentlich – kann man selber herstellen. Sie stärken die Abwehrkräfte und versorgen uns mit Vitalstoffen. Alles zusammen ernährt die richtigen Darmbakterien und optimiert so die Darmflora.

Ashwagandha, indisches Ginseng, gibt Energie, hilft bei Stress und Heisshungerattacken – vor allem auf Zucker.

Brahmi, auch bekannt als Kotu Kola, gilt in der Tradition des Ayurveda als Gehirn-Tonikum. Es verhilft zu klarem Denken, verbessert den IQ und normalisiert den Dopaminausstoss.  Deshalb wird es auch bei der Behandlung von Süchten und eingesetzt und unterstützt die Wirkung von Ashwagandha. Auch bei Alzheimer und Autismus soll Brahmi zumindest die Symptome abschwächen.

Hühnerbrühe, auch bekannt als Knochensud, Bouillon oder Brodo, ist auch bei uns ein traditionelles Heilmittel, das zur allgemeinen Stärkung und bei Erkältungen eingesetzt wird. Sie enthält die aus den Knochen herausgelösten Mineralstoffe sowie wichtige Eiweiss wie etwa die neu entdeckten „Wundermoleküle“ Prolin und Glyzin. (Siehe auch hier und hier). Knochenbrühe repariert die Darmwände und strafft die Haut. Die Zubereitung ist etwas langwierig – stundenlanges Kochen auf kleinem Feuer. Bei kommerziellen Produkten sollte man darauf achten, dass die Knochen von artgerecht ernährten Tieren stammen. Alternativen sind Markknochen oder Gelatine (von Geistlich).

Säfte, selbst gepresst. Chaudhary verwendet vor allem Gurken, Spinat, Rotkohl, Randen, Möhren und Sellerie, dazu etwa 10% Früchte zum Abschmecken wie Äpfel (ohne Kerngehäuse) oder Zitrone. Wer keine Saftpresse hat, kann auch Biotta-Säfte kaufen oder den Mixer und ein Sieb verwenden. Warum Säfte statt Smoothies? Weil der Darm durch zu viele Ballaststoffe überreizt werden könnte. Für die nötigen (leichter verdaulichen) Ballast- und Füllstoffe sorgt weiterhin die Mischung aus Floh- und Leinsamen. (jeden zweiten Tag).

Die Brühe und die Säfte sorgen gemeinsam dafür, dass der Körper ausreichend mit Vitalstoffen versorgt ist. Das reguliert auch das Hungergefühl. Unsere Fresslust ist oft einfach ein Hunger nach Mineralstoffen und Vitaminen.

Der Zweck der Übung besteht darin, den Darm wieder mit einer gesunden Flora zu besiedeln. Diese „richtigen“ Bakterien sollen dann unser Essverhalten steuern, das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen und so für eine stabile Gesundheit sorgen. Diese Umschulung des Darms, so Chaudhary, sollten wir mit dem oberen Hirn unterstützen und ein Esstagebuch führen: Wie fühlen wir uns nach dem Essen? Sturmer Kopf? Müdigkeit? Blähungen? Woran könnte es gelegen haben? Zucker? Zu scharfe Gewürze? Zu viel zu schnell gegessen?

Wir schon der mittelalterliche Arzt Paracelsus kommt auch die moderne Darmforschung zum Schluss, dass jede Krankheit seine Wurzeln letztlich in einem kranken Darm hat. Das mag zwar etwas übertrieben sein, doch auch wenn es nur zur Hälfte stimmen sollte, lohnt sich der Aufwand allemal.

In vier Wochen: Letzter Teil der Darmserie. Was wir sonst noch tun können.

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