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Fit oder fett: Umprogrammiert! So steuern Pflanzen unsere Hormone

Männer, die viel Bier trinken, bereiten schon fast eine Geschlechtsumwandlung vor. Doch auch viele andere Lebensmittel entfalten starke hormonelle Wirkungen. Unser Essen ist unser Programm.

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Bei den traditionellen Diät-Ratgebern geht es um Kalorien und um das richtige Verhältnis von Kohlehydraten, Eiweiss und Fett. Das bleibt zwar wichtig, ist aber alte Schule. Modernere Ernährungswissenschafter sehen den Menschen als ein Glied in der Nahrungskette und die Ernährung als eine Art Informationsaustausch zwischen Tier, Pflanzen und Menschen. Schliesslich unterscheidet sich der Mensch nur graduell von den anderen Lebewesen auf der Erde. In uns wirken weitgehend die gleichen Vitamine, Enzyme und Hormone wie in den Tieren und Pflanzen. 

Das hat praktische Konsequenzen, die bisher aber (zu) wenig beachtet wurden:  Bei der Nahrung kommt es nicht nur auf den Brennwert (Kalorien) an, die Art und der Zeitpunkt der Ernährung beeinflusst auch unsere hormonellen Abläufe. Das gilt vor allem für die so genannten Phyto-Hormone. Das sind pflanzliche Stoffe, die an die Hormon-Rezeptoren unserer Zellen andocken und dort ähnliche Wirkungen entfalten wie menschliche Hormone, oder deren Wirkung blockieren.

Gut untersucht und altbekannt sind vor allem die Phyto-Östrogene und die Phyto-Androgene wie Testosteron und DHEA

Schon die Hildegard von Bingen hat im 12. Jahrhundert viel über die hormonelle Wirkung von Pflanzen geschrieben. Sie wusste etwa, dass Hopfen (ein starkes Östrogen) für Frauen gesund ist, während er «zum Nutzen des Mannes nicht sehr brauchbar» sei und die «Melancholie im Manne» fördere, während sie «im Weib die Milch zum fliessen bringt».

Was die heilige Hildegard damals allerdings noch nicht wissen konnte, ist die Tatsache, dass wir heute vom Fremd-Östrogenen geradezu umzingelt sind. Man findet sie etwa ein Weichmachern (das berüchtigte Bisphenol A), in Pestiziden, in den Additiven der industriell hergestellten Nahrung, man nimmt sie über das Trinkwasser und über die Luft auf. Und weil Östrogene die Zellen dazu anregen, Fettreserven (für den Nachwuchs) anzulegen, statt Energie zu verbrennen und weil Fettzellen wiederum Östrogene produzieren, entsteht ein Teufelskreis, den die Fleischindustrie gerne dazu benutzt wird, Schlachtvieh mit Östrogenen zu mästen und dann das Fleisch mit (zusätzlichen) Östrogenen weich zu machen. Zudem stammt unser Fleisch heute fast ausschliesslich von weiblichen Tieren, während unsere Vorfahren noch alles verzehrten, was ihnen unter die Keule kam.

Der österreichisch-amerikanische Fitness-Guru und Universalgelehrte Ori Hofmekler hat schon vor zehn Jahren auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Sein Buch «The Anti-Estrogenic-Diet»  beschreibt im Detail, welche gesundheitlichen Schäden ein Übermass an Östrogenen anrichten kann – Übergewicht, Passivität, Depressionen, Bluthochdruck und Schwindel bei beiden Geschlechtern, Brustkrebs und die meisten typischen Frauenkrankheiten bei Frauen, Wachstum der Brüste, Vergrösserung der Prostata und generelle Verweiblichung bei Männern. Männlich Frösche verlieren durch Fremd-Östrogene ihre Geschlechtsteile und werden zu Zwittern.

Hofmeklers Buch hat allerdings zwei Nachteile: Es gibt es nur auf Deutsch und die praktischen Informationen sind im Text breit  verstreut. Diese Lücke haben inzwischen zwei deutsche Forscher gefüllt. Thomas Kampitsch und Christian Zippel haben nicht nur die historischen Quellen bis hin zu Hildegard von Bingen, sondern auch die modernen Studien gesichtet und vor allem haben sie fast alles an sich selbst getestet. In diesem Buch erfährt man, alphabetisch geordnet, welche Lebensmittel und Zusätze welche hormonellen und allenfalls leistungsfördernden Wirkungen entfalten.

Von den bei uns üblichen Nahrungsmitteln entfalten vor allem Bier eine stark östrogene Wirkung. Zitat: «Hopfen legt auf natürliche Weise den Androgenstoffwechsel des Mannes lahm. Der Alkohol potenziert die Wirkung.» Kritisch für den Mann ist auch Soja und die darin enthaltenen Isoflavone. Es drohen ein «Verlust an Libido und erektile Disfunktion». Eine Studie ergab einen «reduzierten Testosterongehalt im Hodengewebe», eine andere einen Abfall des Testosterons um 19%. Im Vergleich zu Molkeprotein bewirkte Sojaprotein nun einen geringen Muskelaufbau. Im Selbstversuch zeigte sich nach kurzer Zeit ein «spürbarer und sichtbarer Einfluss auf meinen ganzen Körper.» Auch Milch hat eine östrogene Wirkung und sollte von Männern eher gemieden werden.

Für Frauen hingegen sind Phyto-Östrogene im Zweifelsfall gesund. Sie fördern etwa die Knochendichte und beugen dem Krebsrisiko vor. Deshalb sollten auch (übergewichtige) Frauen, die tendenziell einen Östrogen-Überschuss haben, den nötigen Ausgleich lieber durch den Konsum von Phyto-Androgenen anstreben.

Androgene machen aktiv und fördern die Fettverbrennung. Laut Studien schmilzt das Bauchfett mit steigendem Androgengehalt. Unter den üblichen Nahrungsmitteln eignet sich dazu vor allem Oliven- Kokos- und Rapsöl. Kein Wunder: Testosteron und alle andern Androgene werden aus Fetten, genauer aus Cholesterin gebildet. (Vitamin D spielt dabei auch eine wichtige Rolle.) Eine aktuelle Studien zeigt, dass Olivenöl, gefolgt von Kokosöl den stärksten Effekt auf die Testosteronproduktion in den Hoden aufweist. Auch reife Bananen, nach dem Sport, wirken androgen und heben den Serotoninspiegel und die Stimmung. Alte italienische Aufzeichnungen empfahlen bei Schwächezuständen und Potenzproblemen einen Schluck reines Olivenöl in der Früh.

Phyto-Androgene finden sich des weitern im Bockshornklee, Brokkoli, Spinat, Kohl, Quinoa, Hafer, Hefe, Kakao, Kaffee, Beeren, Granatäpfeln, Ingwer und im Grüntee. Ferner gibt es eine lange Liste von Spezialpräpaten wie etwa Ginseng-Pulver. Das indische Ashwanghanda hart sich im Selbstversuch der Autoren besonders gut bewährt: «Absolut empfehlenswert, garantierte Wirkung. Erste Effekte sind nach einer Woche zu erwarten.»

Was ist sonst noch zu beachten? Männer sollten Pfefferminztee und Pfeffer meiden. Bei wirken sich negativ auf die Androgenwerte aus. Lieber mit Chili würzen, das verbessert auch noch die Fettverbrennung. Diesem Zweck dienen (Männern und Frauen) auch Citrusfrüchte- nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil sie Aromatose (die Umwandlung von Androgene in Östrogene) bremsen. In einem Test wurden 20 übergewichtigen Testpersonen 12 Wochen lang entweder 1,4 Gramm Extrakt aus Orangen, Blutorangen und Grapefruit oder ein Placebo verabreicht. Nach vier Wochen hat sich bei der Citrusgruppe das Körperfett und durchschnittlich 5,5 und nach 12Wochen um 15,6% reduziert. Auch die Entzündungswerte verbesserten sich markant.

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