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Fit oder fett: Was noch wichtiger ist als gesunde Ernährung

Steinzeitdiät ist gesund. Aber nicht (nur) aus den bisher bekannten Gründen. Mit diesen Tricks kann man die Wirkung deutlich steigern.

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Dr. Jack Kruse ist Neurochirurg und war bis vor wenigen  Jahren für seine Patienten alles andere als ein Vorbild: Gestresst, übergewichtig, diabetisch. Auf der Suche nach Abhilfe stiess er auf die Paleo-oder Steinzeitdiät – essen wie unsere Vorfahren im Einklang mit unserer genetischen Ausstattung. Er nahm 133 Pfund ab, sein Hormonshaushalt wurde total umprogrammiert und er fühlte sich wieder fit. Kruse war fasziniert, befasst sich näher mit den evolutorischen Grundlagen und hegte einen Verdacht.

Um diesen zu testen, startete er einen Selbstversuch: Er behielt alle seine gesunden Ess- und Trainingsgewohnheiten bei, bewegte sich aber statt an der frischen Luft nur noch in temperierten Innenräumen im blauen Licht von LED-Lampen und Computern. Mit dem Ergebnis, dass er in neun Monaten 20 Kilo zunahm und hormonell entgleiste. Als er wieder zu seinen normalen Gewohnheiten zurückkehrte, nahm er die 20 Kilo innert vier Monaten wieder ab.

Damit hatte Kruse seine These erhärtet: Wir werden nicht in erster Linie über die Ernährung programmiert, sondern durch den Tag-Nacht-Rhythmus, die Sonne, Jahreszeiten, Temperaturschwankungen, Magnetfelder etc. Wir ernähren uns zwar von Fett, Eiweiss, Kohlehydraten, Mineralstoffen und Vitaminen, doch am Ende der Stoffwechselkette läuft alles auf den Transport von Elektronen und deren Geschwindigkeit in den Mitochondrien hinaus. Und dieser Elektronentransport wird ganz wesentlich durch Temperaturschwankungen und Licht beeinflusst. Dabei spielt insbesondere der Unterschied zwischen blauem Licht und UV-Strahlung eine wichtige Rolle.

Stark vereinfacht geht das etwas so: Zum einen bildet blaues Licht in den Mitochondrien der Haut und der Netzhaut freie Radikale, insbesondere Singulett-Sauerstoff. Dadurch wird in den Zellen eine Sauerstoffknappheit simuliert, worauf Zellen den Energieverbrauch drosseln, ebenso verändert das Blaulicht im Gehirn die Hormonausschüttung, Fettreserven werden anlegt denn unser System bereitet sich auf einen Winterschlaf oder Nahrungsknappheit der Wintermonate vor. Das Licht schaltet uralte hormonelle Mechanismen. Ultraviolettes (Sonnen)Licht hingegen lädt die Zellen auf und liefert aufgrund ihrer kurzen Wellen eine Gleichstromladung. Dadurch werden die Mitochondrien angeregt, mehr Energie (ATP oder Adenosintriphosphat) zu produzieren und zu verbrennen. Wir werden unternehmungslustig und bleiben schlank. Wann welche Mechanismen geschaltet werden, hängt nun davon ab, wieviel blauem Licht, im Vergleich zum Sonnenlicht wir ausgesetzt sind.

Doch damit das Sonnenlicht diese (positive) Wirkung entfaltet, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Nicht zuletzt sollte die Zellmembran ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren (DHA) gesättigt sein. Diese dient gleichsam als Mittelsmann für die Übertragung der von den Sonnenstrahlen gelieferten Ladung.

In seinem Buch «Epi-Paleo RX» beschreibt Kruse, wie er diese Erkenntnisse in die therapeutische Praxis umsetzt. Wer es noch praktischer (und deutsch und deutlich) mag, ist mit «Better Body, Better Brain» von Anja Leitz, besser bedient. Die Leiterin des Therapiezentrums Steinfels in Ebnat Kappel hat nicht nur die Literatur gründlich studiert, sondern beherrscht auch die Praxis von den Kochrezepten bis zu den Licht- und Kälteanwendungen.

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Better Body - Better Brain: Das Handbuch zur Selbstoptimierung von Körper und Geist von Anja Leitz. amazon.de

 

Ich habe Anja Leitz gebeten, für die Leserinnen und Leser von BlickamAbend ein Kurzprogramm mit den 7 wichtigsten Tipps zusammenzustellen. Hier ist es:

Tipp 1: Essen Sie jeden Morgen ein eiweissreiches Frühstück, um Ihren Stoffwechsel auf Trab zu bringen und Ihre inneren Uhren einzustellen.

Tipp 2: Setzen Sie sich jeden Morgen mindestens 15 Minuten dem Tageslicht ohne Brille und Kontaktlinsen aus. Schauen Sie mit den Augen in die Sonne  und regulieren Sie dank der UV Strahlung Ihre Hormone und Neurotransmitter. (Sonne am Morgen steigert die Dopaminausschüttung. Männer können ihren Testosteronspiegel so um 125 % erhöhen!

- Frauen können ihre Östrogenausschüttung anhand von UV-Strahlung regulieren.

Tipp 3: Essen sie täglich drei mal und machen dazwischen 5 Stunden Essenspause. Ihre letzte Mahlzeit sollte nicht nach 19.00 sein. Keine Zwischenmalzeiten. Regelmässige Essenszeiten regulieren die innere Uhr. Essen Sie wenig Kohlehydrate und viel Fisch. (wegen den Omega-3 Fetten).

Tipp 4: Benutzen Sie am Abend beim Fernsehen oder für alle Bildschirme eine Blueblocker-Brille. Das reguliert Ihren Melatoninhaushalt und lässt Sie wieder besser schlafen. Nur wer in der Nacht genug Melatonin produziert, hat eine geregelte Hormonproduktion, genug Dopamin am Tag für die Arbeit und beginnt den Tag mit erneuerten Zellen.

Tipp 5: Installieren Sie die Software flux (kostenlos unter https://justgetflux.com) auf Ihrem Computer. Das filtert am Abend schädliche Blaulichtfrequenzen heraus und schont Ihre Augen und Ihr Gehirn.

Tipp 6: Essen Sie saisonal und regional. Nahrung ist Information für unsere Zellen. Was gerade in unseren Breitengraden wächst, kann Ihnen helfen, Ihre inneren Uhren einzustellen.

Tipp 7: Tanken Sie regelmässig Sonne ohne Sonnencreme, um Ihren Vitamin D Status zu verbessern. Nutzen Sie die Sonne täglich und schützen Sie sich eher durch Schatten und Sonnenhut. Die Haut produziert nur Vitamin D ohne Sonnencreme.

Nächster Beitrag: Energien aufladen durch Kälte und über den Boden.

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