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Generation-Clash: Hooligans an den Internet-Pranger?

Lieber Herr Ramspeck Die Kantonspolizei St. Gallen stellte am Montag Basel-Fans im Internet an den Pranger. Eine Massnahme, zu der auch ich greifen würde, wäre es meine Aufgabe, Schuldige eines Delikts aufzuspüren. Es ist leicht, Angeschuldigte mittels Internet unter Druck zu setzen, auch wenn bei falschem Verdacht die Gefahr des Rufmords besteht. Das Risiko ist es meiner Meinung nach wert. Wie beurteilen Sie die öffentliche Zurschaustellung? Ist das Internet ein nützlicher Helfer der Justiz?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Leute an den Pranger stellen ist für mich Mittelalter, auch wenn man sich dabei hochmoderner Verfahren bedient. Pranger ist in der Konsequenz Aufforderung zur Privatjustiz, Lockerung des staatlichen Gewaltmonopols und hat keinen Platz in der Demokratie. Rechtssicherheit ist eines ihrer wichtigsten Güter, das jedermann zuteil werden muss, gleichgültig, ob es sich bei «jedermann» um einen Biedermann oder einen Rowdy handelt. Vom rein Prinzipiellen einmal abgesehen, finde ich es absurd, dass die öffentliche Hand via Polizei in den Fussball-Stadien für Ordnung zu sorgen hat. Im Fussball wird dermassen viel Geld verdient, dass ich nicht einsehe, warum man ihn auch noch subventioniert. Die Funktionäre, Trainer und Spieler kassieren ihre Gehälter nicht dafür, dass sie auf dem Rasen eine besinnliche Veranstaltung für Geniesser erlesener Flankenbälle abhalten. Die Umsätze werden mit kochenden Emotionen auf den Tribünen gemacht, deren Profiteuren zumutbar ist, die Kosten für Auswüchse selber zu berappen. Es sollen sich die Klubs, nicht die Kantonspolizeien mit ihren Hooligans befassen. Hier hilft das Internet nicht der Justiz, sondern Sportbetreibern, ihre Verantwortung von sich abzuwälzen.

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