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Generation Clash: Was haben Sie sich für Ihre Kinder gewünscht?

Lieber Herr Ramspeck, Sie kennen mich als Optimistin. Seit Brüssel schleicht sich bei mir jedoch Melancholie ein. Ich habe einen Brief an meine noch ungeborenen Kinder formuliert. Mit meinen Wünschen und Hoffnungen, für die Welt, in die sie hineingeboren und aufwachsen werden. Ich dachte an Sie und fragte mich, was Sie sich in meinem Alter für Ihre Kinder gewünscht haben? Haben sich Ihre Befürchtungen bewahrheitet? Ich frage mich, auf welche Art und Weise die Realität Sie überrascht hat.

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Als meine drei älteren Kinder geboren wurden, herrschte Kalter Krieg. Im Militärdienst übten wir, uns unter Zeltblachen vor atomarer Strahlung zu schützen, und im «Soldatenbüchlein» glotzte uns der Feind aus Schlitzaugen an. Gewiss, die Wirtschaft florierte, aber die politische Hochwetterlage war düster. In der Kuba-Krise sah es nicht nur für notorische Pessimisten nach Drittem Weltkrieg aus. Als Väter und Mütter konnten wir für unsere Kinder gar nichts anderes, als das «Ende der Geschichte» herbeiwünschen, das der US-Politologe Francis Fukuyama nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in seinem Bestseller prophezeite – eine Welt, in der die Rivalitäten zwischen den Nationen endlich überwunden sind. Nun wissen wir, dass vor dem Ende der Geschichte noch ein langer Weg vor uns liegt. Zu früh gefreut, Herr Fukuyama, möchte man heute sagen. Aber nichts hält Kinder davon ab, geboren zu werden. Und das ist auch gut so. Die Alternative – einfach gar nicht zu existieren – ist langfristig nicht tragfähig genug, auch wenn sie manchmal durchaus verlockend wäre. Sodass ich das ungeborene Kind bitte: Sei mir nicht böse, dass ich dich ins Leben gesetzt habe. Du bist eine Chance. Ergreife sie!

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