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Gewagter Vergleich mit Frauenstimmrecht: Basler Veganer fordern Grundrechte für Affen

Mit ihren Vegan-Initiativen sorgten sie für Aufsehen. Nun folgt der nächste Coup der Vordenker aus Basel: die Forderung nach Grundrechten für Affen. Und weitere Initiativen sind bereits in Planung.

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Es ist eine Wohnung in einem unscheinbaren Wohnblock im Kleinbasel, in der die grossen Träume Gestalt annehmen. Eine bessere Welt für Mensch und Tier: Darauf arbeiten die Aktivisten der Stiftung für Effektiven Altruismus in der zum Büro umfunktionierten WG hin. Schritt für Schritt – oder besser: Initiative für Initiative.

Vor wenigen Wochen haben die jungen Akademiker und Studenten in Basel-Stadt eine kantonale Volksinitiative lanciert, die weltweit erstmals Grundrechte für Affen in der Verfassung verankern will. Nicht nur Menschen, auch Primaten sollen ein Recht auf Leben und geistige sowie körperliche Unversehrtheit haben, fordern die Vordenker von «Sentience Politics», einem Think-Tank der Stiftung. Denn, so Präsident Adriano Mannino: «Seit Darwin wissen wir, dass Menschen auch nur Tiere sind. Weshalb sollten wir dann viel mehr Rechte haben als sie?»

Zwei Vegan-Initiativen bereits eingereicht

Diese Überzeugung bildet die Grundlage des Engagements der jungen Aktivisten. «Wir wollen etwas tun gegen das enorme Leid auf dieser Welt», sagt Mannino. Und meint damit nicht nicht nur den Kampf gegen Hunger und Armut, sondern auch gegen bestimmte Tierversuche und Massentierhaltung. 

So sorgten die Tierrechtler bereits für Aufruhr, als sie 2014 in der Stadt Basel eine Initiative «für nachhaltige und faire Ernährung» ins Leben riefen. Mindestens ein veganes, also rein pflanzliches Menu pro Tag in allen öffentlichen Mensen und Kantinen der Stadt lautete die Forderung. Die nötigen Unterschriften waren rasch beisammen. Eine gleichlautende Initiative wurde ein Jahr später auch in Zürich eingereicht.

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Im Oktober 2015 wurde die Vegan-Initiative in Zürich eingereicht. Nebst der Basler Aktivisten haben sich die Grünen für das Anliegen stark gemacht. ZVG/Sentience Politics

Vier Initiativen innert zwei Jahren

Und dabei blieb es nicht. Neben der Primaten-Initiative in Basel kämpfen die Aktivisten in Zürich derzeit für ein weiteres Anliegen. Die 1%-Initiative will, dass die Stadt mit einem Prozent ihres Budgets Hilfswerke unterstützt, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Mannino ist überzeugt, dass auch diese Initiative die 3000-Unterschriften-Grenze knackt und bald vors Volk kommt. «Wir rechnen damit, dass wir die Unterschriften in drei Monaten zusammenhaben.»

Die jungen Vordenker geben Gas. Vier Initiativen innert zwei Jahren haben sie lanciert – und die nächsten sind bereits in Planung. Im September wird auch in Luzern eine Vegan-Initiative lanciert. Für das kommende Jahr plane man zudem die erste nationale Volksinitiative, sagt Mannino. Wofür genau, sei man sich allerdings noch nicht im Klaren. «Entweder weiten wir die Primaten-Initiative auf die nationale Eben aus oder wir fordern ein Verbot der Massentierhaltung in der Schweiz.» 

Sie wollen nicht aufgeben

Dass beide Anliegen wie auch die bisherigen Initiativen vor dem Volk keine Chance haben werden, ist sich Mannino bewusst. «Aber wenn man immer nur Politik macht, die eine realistische Chance hat, kann man viel zu wenig verändern», sagt er. Die Stiftung wolle vor allen eins: zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Zudem vergleicht Mannino das Engagement von sich und seinen Mitstreitern mit dem Kampf für das Frauenstimmrecht. «Auch da brauchte es mehrere Anläufe, es politisch durchkam. Wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren.»

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