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Giftige Dämpfe im Cockpit: Letzter Zwischenfall von Germanwings wurde vertuscht

Heute stürzte ein Germanwings-Airbus über den französischen Alpen ab. 150 Menschen starben. Bereits 2010 schrammte die Airline an einer Beinahe-Katastrophe vorbei.

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Blick ins Cockpit: A319 der Germanwings play
Blick ins Cockpit: A319 der Germanwings Flickr.com/mautau
Schwarzer Tag: Germanwings-Chef Thomas Winkelmann (r.) trat heute in Köln vor die Medien. play
Schwarzer Tag: Germanwings-Chef Thomas Winkelmann (r.) trat heute in Köln vor die Medien. AFP

Es passierte am 19. Dezember 2010. Ein Sonntag. Auf dem Weg von Wien nach Köln/Bonn bemerkten die Piloten plötzlich einen unangenehmen Geruch im Cockpit. Später werden sie ihn als «verbrannt» und «elektrisch» beschreiben. Sowohl Pilot als auch Co-Pilot wird es so schlecht, dass sie nicht mehr fliegen können. Nur weil sie schnell handelten und ihre Sauerstoffmasken aufsetzten, konnten sie unter «Aufbietung ihrer letzten Reserven» den Airbus A319-132 mit 149 Menschen an Bord sicher landen.

Das Problem: Die Öffentlichkeit hat von der Beinahe-Katastrophe lange nichts erfahen. Erst knapp zwei Jahre später kam die ganze Problematik ans Licht, nachdem die Deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen einen Zwischenbericht auf ihre Internetseite gestellt hat.

«Beinahe-Absturz vertuscht»

Für die «Welt» ist klar, dass da etwas nicht sauber lief: «Germanwings vertuschte Beinahe-Absturz über Köln», titelte die Zeitung.  Und weiter: «Im Klartext: Germanwings spielte den Zwischenfall herunter, um eine Untersuchung zu umgehen. Erst ein Jahr später erhielten die Experten neue Informationen und nahmen die Ermittlungen auf, wie es im Bericht heisst. Da der Flugschreiber und der Cockpit Voice Recorder direkt nach dem Vorfall nicht sichergestellt worden waren, fehlen allerdings wichtige Beweismittel.»

«Lande du den Vogel, ich kann nicht fliegen.»

Vor allem der ärztliche Untersuchungsbericht zeigt, wie knapp Passagiere und Besatzung mit dem Leben davongekommen sind: «Das Blut des Ersten Offiziers (26) wies einen Sauerstoffsättigungsgehalt von unter 80 Prozent auf», schreibt die «Welt». «Beim Kapitän (35) massen die Sanitäter nur noch einen Sauerstoffwert von 70 Prozent – nahe der Ohnmachtsgrenze.» Üblich seien bei gesunden Menschen Werte nahe 100 Prozent.

Dem Co-Piloten wurde «kotzübel». Er sagte dem Kommandanten: «Lande du den Vogel, ich kann nicht fliegen.»

Die Fluggesellschaft Germanwings sah im Fast-Absturz aber kein Problem. Im Gegenteil: Der Leiter der Unternehmenskommunikation bestreitet gegenüber der «Welt» sogar, dass Kapitän und Co-Pilot handlungsunfähig oder schwer beeinträchtigt waren.

Dieser Vorfall war - bis heute - allerdings der einzige nennenswerte Zwischenfall in der Geschichte der Germanwings. Ihre Anfänge hatte sie im Jahr 1997 unter dem Namen Eurowings. 2002 wurde sie dann in Germanwings umbenannt. Ziel: Die innerdeutschen und europäischen Route für ihre Muttergesellschaft Lufthansa zu übernehmen, zu der auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss gehört.

«Grösstes Experiment der Lufthansa»

Der Grund ist klar: Die Billigfluglinie Germanwings soll Lufthansa Kosten sparen. Das Konzept ging auf. Mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz, über 2000 Mitarbeitern und 86 Flugzeugen ist sie die drittgrösste deutsche Airline. Werbespruch: «Flüge überraschend günstig!»

Das «Manager-Magazin» bezeichnete Germanwings 2013 als «das grösste Experiment in der Geschichte der Lufthansa». Hinter dem Erfolg steht Thomas Winkelmann. Ein Vertreter der New Economy, der Zwänge hasst: «Er weiss durchaus, wie man eine Krawatte bindet», notiert das «Manager-Magazin». «Noch mehr allerdings versteht Thomas Winkelmann davon, sie schnell wieder loszuwerden. Seinen Kopf legt er eigentlich nur in die Schlinge, wenn es zum Rapport nach Frankfurt geht, in die Zentrale der Lufthansa.»

Basel-Düsseldorf für 34 Franken

Winkelmann erklärt seine Low-Cost-Strategie überraschend einfach: «Bei Germanwings hat der Kunde die Wahl», argumentiert er, «ob er mehr Komfort will und dafür bezahlt oder ob er nur günstig und sicher von A nach B kommen will.»

Mit dieser Billig-Strategie hat er auch viele Schweizer überzeugt. Germanwings fliegt seit längerem von Basel, Genf oder Zürich europäische Destinationen an. Etwa für 59 Franken von Zürich nach Hamburg oder für 34 Franken von Basel nach Düsseldorf.

Nun muss Germanwings mit Winkelmann beweisen, dass die Sicherheit bei diesen Preisen nicht auf der Strecke bleibt.

++ Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem Live-Ticker ++

Alle Kommentare (1)

  • Herbert  Friedli , via Facebook
    Logischerweise sind diese Preise sehr sehr Billig,den man Zahlt ja für die Bahn mehr ! Aso wo ist hier die Logick ? Das kann nie gut sein ,ich Distanziere mich von solch Billigen Schrott ,kommt mir vor wie im Autoabruch ! Verbitten sollte man soche Konkurenz ,da die sowiso nie dafür Geradestehen wenn was Passiert !!
    • 25.03.2015
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