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Haben wir uns an New York sattgesehen?

Lieber Herr Ramspeck: Diese Woche las ich über die besten Bars der Welt. Auffallend waren die vielen New Yorker Lokalitäten. Und während ich las, erinnerte ich mich, Sie vor drei Jahren gehört zu haben, wie Sie behaupteten, die Stadt hätte ihre goldenen Jahre hinter sich. Damals lachte ich über Ihre Analyse. Heute muss ich Ihnen zustimmen: Die Anziehungskraft der Stadt ist zwar noch da. Die Magie aber schwindet. Warum denken wir beide, dass dem so ist? Haben wir uns sattgesehen und sattgereist? Oder sattgegoogelt?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch)

 

Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

 

Liebe Joëlle

Ich war schon so lange nicht mehr in New York, dass es mir nicht zusteht, über «Big Apple» wertende Bemerkungen zu machen. Wenn ich einmal zu Dir gesagt habe, die goldenen Jahre der Stadt lägen hinter ihr, muss ich diesen Satz nachträglich präzisieren: Mit den «goldenen» Jahren meinte ich die Jahre ihrer unwiderstehlichen Faszination, die sie auf uns ausübte. Meinte ich die Zeit, in der ein junger Journalist auf einen besser bezahlten Job in der Schweiz verzichtet hätte, um Korrespondent in New York zu werden. Unsere Schriftsteller – Hugo Loetscher, Jürg Federspiel – es für unerlässlich hielten, in dieser Stadt für ihr Werk Erfahrungen zu sammeln. Max Frisch von der Columbia University den Ehrendoktor erhielt. Jedermann, der in New York war, verzückt vom Broadway schwärmte, von den New Yorkern, die im eiskalten Winter auf Langlaufski zur Arbeit glitten, von ihrem Witz, ihrer umwerfenden Höflichkeit und Aufgeschlossenheit. Aber natürlich ist diese Metropole in keiner Weise auf das Bild angewiesen, das wir biederen Schweizer uns von ihr machen. Und du hast recht: Wir haben uns sattgesehen, sattgereist und sattgegoogelt. Die Stadt ist uns zu nah geworden, zu billig erreichbar, zu bekannt.

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