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Hat Ihre Generation Ausländer integriert?

Lieber Herr Ramspeck, nach dem Abstimmungssonntag von letzter Woche habe ich mal über meinen Migrationshintergrund nachgedacht und mich erinnert, wie meine Mutter mir erzählte, in der Schule als «Tschingge-Meitli» beschimpft worden zu sein. Was einst Schimpfwort war, ist heute ein Label. Als ich später zur Schule ging, waren es die «Jugos», ein weiterer Begriff, an dem sich der negative Unterton abgeschält hat. Welche Integrationserfolge hat Ihre Generation zu verzeichnen?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
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Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Die Integrationserfolge «meiner» Generation begannen 1956 mit der enthusiastischen Aufnahme der Ungarn-Flüchtlinge, denen in unserem Land, wenigstens anfänglich, geradezu Heldenverehrung widerfuhr. Das hatte natürlich mehr mit Politik als mit Weltoffenheit zu tun. Aber die Entschlossenheit, Menschen beizustehen und in unsere Gesellschaft aufzunehmen, war unangefochten da. Vier Jahre später hiessen wir die ersten Tibeter willkommen – gleichsam ein Akt bedingungsloser Solidarität zwischen Bergvölkern, die für 4000 Vertriebene eine neue Heimat schuf. Auch für Tschechen waren, nach der Niederschlagung des «Prager Frühlings» durch den Warschauer Pakt, 1968 unsere Grenzen geöffnet. Die echte Bewährungsprobe für meine Generation kam jedoch erst 1970 mit der Schwarzenbach-Initiative. Wir lehnten sie, nach erbittert geführter Kampagne und Gegenkampagne, wenn auch nicht mit glanzvoller Mehrheit (54 Prozent) ab. Andernfalls hätten 300 000 Italiener, Arbeitskräfte mit Familie, die Schweiz verlassen müssen. Alles in allem haben wir uns wohl nicht schlecht geschlagen. Ob es um Tausende oder Hunderttausende ging: Hilfsbereitschaft und Humanität gaben den Ausschlag.

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