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Horror-Masken jetzt auch in der Schweiz aufgetaucht: Warum fürchten wir uns vor Clowns?

Seit Wochen halten sogenannte Horror-Clowns die USA in Atem. Oft sind die Maskierten bewaffnet und gewalttätig. Jetzt sind die unheimlichen Gestalten auch in der Schweiz aufgetaucht. Doch weshalb jagen uns die Clowns Angst ein?

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Figuren aus den berüchtigten Prank-Videos. play
Figuren aus den berüchtigten Prank-Videos. youtube/DM Pranks

Was als vermeintlich witziger Internettrend begann, nimmt in England, den USA und Australien langsam ernste Züge an. Augenzeugen berichten von dutzenden Fällen von bewaffneten Horror-Clowns. Mit Macheten, Messern, Stöcken und sogar Kettensägen machen die Killer-Clowns Jagd auf ihre Opfer. Ausserdem tarnen sich auch immer mehr Kriminelle als Clown.

Clowns sind nicht harmlos

Auch im Kanton Zürich seien in den letzten Tagen insgesamt drei Fälle registriert worden, bestätigte Kantonspolizei-Sprecher Stefan Oberlin gegenüber Radio Zürisee. Unklar bleibt, in welchen Ortschaften die Clowns umherstreiften. Die Polizei macht dazu keine Angaben. Harmlos sind die Gestalten jedenfalls nicht: In einem Fall ist dem Opfer vom maskierten Täter ein Schlag in die Magengrube versetzt worden.

Kein Wunder, sorgt die Maske deshalb seit einiger Zeit nur noch für Angst und Schrecken bei den Passanten. Doch wieso fürchten sich so viele Leute vor Clowns, die ja eigentlich zur Belustigung dienen sollten?

1. Böse Clowns erobern Hollywood

Die erste Beschreibung einer Art Clown, wie wir sie heute kennen, datiert auf ca. 2000 v. Chr. Damals stellte der Clown vor allem den Aussenseiter der Gesellschaft dar, der sich nicht an die Norm hielt. Auch bei Shakespeare nehmen Clowns eine ähnliche Rolle ein. «Sie waren stets daran interessiert, Geheimnisse anderer auszuplappern.» Kurz gesagt: Man konnte einem Clown nicht trauen. Anfangs 1800 entstand erstmals die Idee, nebst auffällig bunten Kleidern auch das Gesicht zu verzieren. Joseph Grimaldi war der Erste, der sich sein Gesicht schminkte, um immer glücklich zu wirken, obwohl sein Leben das komplette Gegenteil war. Clowns als böse Wesen darzustellen, kam Mitte der 1980er Jahre auf, den Höhepunkt setzten Batman-Bösewicht Joker (1989) und Kindermörder Pennywise aus Stephen Kings «Es» (1986).

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Der böse Clown Pennywise. hitfix.com

 

2. Emotionen werden verschleiert

In unserer Gesellschaft ist es üblich, anderen Menschen als erstes ins Gesicht zu schauen. Es kann einiges über unser Gegenüber verraten und wir achten immer auf Dinge, die uns helfen, die andere Person zu «lesen». Ist jemand sehr stark geschminkt oder trägt eine Maske, die eine bestimmte Emotion hervorhebt, so verwirrt das unser Gehirn. Zudem sind bei einem Clown mit dem bleichen Gesicht, den überschminkten Augen und dem rot geschminkten Mund auch Symbole des Todes vertreten.

Eine englische Studie befragte 250 Kinder im Alter zwischen vier und sechzehn Jahren zu den Clown-Bildern in Krankenhäusern. Keines der Kinder fand die Clowns-Bilder lustig, einige fürchteten sich vor ihnen oder fühlten sich beim Anblick unbehaglich. Neben der Vermummung stört uns vor allem das dauernde Grinsen, das schnell als bösartig empfunden wird. Ausserdem verhalten sich die vermeintlichen Spassmacher meistens abweichend von üblichen sozialen Normen, was Unsicherheit ihnen gegenüber zur Folge hat.

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Echte Emotionen können mittels Maske oder Schminke gut verdeckt werden. youtube/ DM Pranks

 

3. Wenn die Furcht zur Krankheit wird

Während Clowns viele Leute einfach beunruhigen, entwickeln einige Menschen eine krankhafte Angst vor Clowns. Man nennt sie Coulrophobie. Gründe für diese Krankheit, die erst seit ca. 20 Jahren existiert, sind zum einen die allgemeine Angst vor Unbekannten und zum anderen die vermehrt böse Darstellung von Clowns in den letzten drei Jahrzehnten. Oftmals beginnt sie schon in der Kindheit, wenn man nicht in der Lage ist, zu erkennen, dass ein Clown als Person nicht real ist.

Daniel Radcliffe, Robert Pattinson und Johnny Depp - sie alle leiden an Coulrophobie. Rapper P. Diddy soll sich in einem Vertrag sogar eine Keine-Clowns-Klausel eingefügt haben lassen. Wie fast alle Phobien ist jedoch auch die Coulrophobie mit Hilfe von Therapien heilbar. Auch mit Selbsttherapie: Experten raten zu einer Überflutungstherapie. Die Betroffenen sollen sich in die Nähe von ganz vielen Clowns begeben. Möglich ist das zum Beispiel beim nächsten Karneval. Sich der Angst zu stellen fordert jedoch eine enorme Überwindung. Das zufällige Treffen mit Clowns ist für Coulrophobiker eigentlich unbedenklich, psychische Schäden entstehen dadurch nicht. 

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