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Im Krieg gegen ISIS: So bekämpft Anonymous den Terror

«Wir werden euch jagen und finden!» verkündet Anonymous in der Kriegserklärung an ISIS. Doch wie ernst sind diese Drohungen zu nehmen? Und wer steckt hinter der geheimnisvollen Hackergruppe, die im Internet gegen die Terrormiliz kämpft?

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In einer Videobotschaft hat Anonymous den ISIS-Terroristen nach den Anschlägen in Paris den Krieg erklärt. Auf Französisch verkündete ein Mann, der sich hinter der typischen Guy-Fawkes-Maske versteckt, dass dies ihre «bisher grösste Operation» wird und mit «massiven Cyberattacken» zu rechnen ist. «Anonymous wird euch weltweit jagen und finden.»

Doch die unbekannten Hacker lassen viele Fragen offen: Wer sind sie? Was wollen sie? Und vor allem: Wie bekämpfen sie den ISIS-Terror? Wir geben dir die Antworten.

«Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Wir sind Legion» play
«Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Wir sind Legion» Anonymous

1. Wer sie sind

Anonymous ist keine organisierte Gruppierung, sondern ein loses Hacker-Netzwerk, das seinen Ursprung auf sogenannten Imageboards wie «4chan» hat. Auf einigen dieser Internetseiten können unzensiert und unmoderiert Beiträge veröffentlicht werden. Über die Identitäten der Mitglieder und deren genaue Anzahl ist nichts bekannt. Es gibt weder klare Hierarchien noch einen offiziellen Sprecher. Theoretisch könnte jeder Hacker auf der ganzen Welt dazu gehören.

2. Was sie wollen

Die «Hacktivisten» von Anonymous kämpfen gegen alles «Böse» im Internet und gingen auch schon gegen Scientology vor. Seit 2014 versuchen sie den Einfluss der radikalen Islamisten in sozialen Netzwerken einzudämmen. Nach dem Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» haben sie den virtuellen Kampf gegen den Terror verschärft und nach den Paris-Anschlägen der ISIS den Krieg erklärt.

3. Wie sie ISIS bekämpfen

Mit einem jüngst veröffentlichten 8-Punkte-Plan, dessen Echtheit allerdings nicht bestätigt ist, will Anonymous die Terrororganisation vernichten: ISIS-Webseiten sollen nicht mehr nur lahmgelegt, sondern vielmehr gehackt werden, um an vertrauliche Informationen zu gelangen und sie so aus dem Inneren heraus zu zerstören. Die Hacker wollen sich in die sozialen Netzwerke der Terroristen einschleichen und so sensible Insider-Daten sammeln.

Anonymous kämpft auch gegen die ISIS-Hackergruppe namens CyberCaliphate und ruft die Regierungen der einzelnen Länder dazu auf, sich am Kampf zu beteiligen. Dabei wollen die Hacktivisten auch das sogenannte Darknet benutzen, ein versteckter Bereich des Internets, der nur über eine spezielle Verschlüsselungssoftware erreicht werden kann. Twitter-Profile sollen nicht gehackt, sondern gemeldet werden.

Zudem wollen die Hacktivisten in den Medien stärker präsent sein, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch eine Internet-Radio-Plattform soll etabliert werden. Letztendlich sollen sogar finanzielle und andere Mittel aufgetrieben werden, um vor Ort aktiv zu werden. Anonymous will dort eine freiwillige Widerstandsgruppe aufbauen, um ISIS «vom Erdboden auszulöschen», wie es im Dokument steht.

4. Was sie schon erreicht haben

Kurz nach der Kriegserklärung hatte Anonymous bereits erste Erfolge vermeldet, wie der «Independent» berichtete. Rund 5'500 Social-Media-Accounts sollen schon gesperrt worden sein. Auf Twitter veröffentlichten die Aktivisten Listen von Personen, die sie für ISIS-Kämpfer und -Sympathisanten halten. Es soll auch die Adresse einer Person veröffentlicht worden sein, die in Europa ISIS-Kämpfer rekrutiert. Terroristen geben sich gemäss «Business Insider» in internen Chats Tipps, wie sie sich vor diesen Bedrohungen schützen können. Mit diesen Aktionen will Anonymous der vorwiegend via Social-Media veröffentlichten Rekrutierungspropaganda schaden.

5. Wie man mithelfen kann

In Chat-Kanälen von Anonymous wurden laut «International Business Times» drei Anleitungen gepostet: der «Noob Guide» für alle Interessierten ohne Hacker-Kenntnisse, der «Reporter Guide» für den Bau eines Bots, ein Programm, das ISIS-Accounts enttarnt, und ein «Searcher Guide», der erklärt, wie man ISIS-Webseiten aufspürt.

Gleichzeitig warnt Anonymous davor, dass ISIS derzeit an einem gefälschten «Anonnet» arbeitet. Im sogenannten Anonnet bildet Anonymous künftige Hacker aus, die später der Gruppe beitreten können. Laut Anonymous begeben sich alle User, die auf das gefälschte Netzwerk gehen, in Lebensgefahr. Denn damit kann ISIS herausfinden, wer Anonymous im Cyberkrieg unterstützen will.

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