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Schweine, Eimer und Streiche: Die schrägsten Kriegsgründe der Geschichte

Ab und zu reichten Kleinigkeiten, um ganze Armeen in Bewegung zu setzen.

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Der Eimer-Krieg (Italien)

Um diesen Eimer wurde gekämpft. play
Um diesen Eimer wurde gekämpft. Alien life form (Own work), CC BY-SA 3.0

 

Der Eimer-Krieg wurde 1325 zwischen den norditalienischen Städten Bologna und Modena ausgetragen. Die beiden Städte waren schon länger in Fehden verwickelt. Während Modena dem heiligen römischen Kaiser Treue schwor, folgte Bologna dem Papst. In den Grenzregionen der beiden Gebiete häuften sich kleine Territorialkonflikte. Das Fass (oder den Eimer) zum Überlaufen brachte dann eine Aktion einiger Soldaten aus Modena. Sie schlichen sich ins Zentrum von Bologna und stahlen dort einen Eimer aus Eichenholz, voll mit Beute aus der Stadt. Bologna verlangte den Eimer zurück und als Modena sich weigerte, erklärten die Bolognesen Modena den Krieg. Wenig später kämpften in Zappolino 7000 Männer aus Modena gegen 32'000 Bolognesen. Modena schaffte es, die Bolognesen zurückzuschlagen. Etwa 2000 Männer starben in der Schlacht. Bologna kriegte den Eimer nie zurück, er wird heute noch in Modena aufbewahrt.

Der Eimer-Streich (England)

Grabmonument von Robert II. in Gloucester. play
Grabmonument von Robert II. in Gloucester. Gemeinfrei

 

Schon wieder ein Eimer! Robert II.  war der älteste Sohn von Wilhelm I. dem Eroberer, dem ersten normannischen König von England. Robert stritt sich oft mit seinem Vater über die Machtaufteilung zwischen ihm und seinen jüngeren Brüdern. 1077 spielten sie ihm einen Streich, der Konsequenzen haben würde: sie leerten einen vollen Nachttopf über Roberts Kopf aus. Als König Wilhelm die beiden jüngeren Brüder nicht bestrafen wollte, hatte Robert genug. Er zettelte eine Rebellion gegen seinen Vater an. Er floh erst in die Normandie, dann an den Hof seines Onkels in Flandern. Robert II. plünderte die Umgebung und sorgte für solch ein Chaos, dass sich König Wilhelm I. mit dem französischen König Philipp I. verbündete, um seinen Sohn zu stoppen. In einer Schlacht um 1079 wurde Wilhelm von seinem Sohn verwundet und musste den Angriff abblasen. Zum Osterfest 1080 schlossen die beiden dann aber einen Waffenstillstand.

Der Schweinekonflikt (USA/Grossbritannien)

Die San-Juan-Inseln liegen zwischen Seattle und Vancouver. play
Die San-Juan-Inseln liegen zwischen Seattle und Vancouver. Gemeinfrei / Screenshot Google

 

2'500 Mann, 14 Feldkanonen, acht Marinegeschütze und drei Kriegsschiffe mit 70 Geschützen standen sich 1859 bei den San-Juan-Inseln in den USA gegenüber. Grund: Ein amerikanischer Bauer hatte das Schwein eines Iren erschossen. Als er dem Iren keine 100 Dollar als Entschädigung zahlen wollte, griffen die britischen Behörden ein. Darauf reagierte das US-Militär und die Situation eskalierte immer weiter. Warum? Die San-Juan-Inseln waren ein Gebiet, das sowohl die USA, wie auch die britische Krone für sich beanspruchten. Der Schweinestreit (engl. Pig War) war quasi das Zündholz, das diesen Konflikt entfachte. Als Washington und London erfuhren, was auf den Inseln vor sich ging, wurden Abgeordnete entsandt, die die Krise entschärften. Der deutsche Kaiser Wilhelm I. wurde als neutraler Vermittler herangezogen, um zu entscheiden, wem die Inseln zustehen. Seine Kommission gab sie den USA. Da haben sie Schwein gehabt!

Der grosse Emu-Krieg (Australien)

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Eduardo Mariz, CC BY 2.0

 

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise ihren Lauf nahm, fielen die Weizenpreise in Australien stark und viele Bauern sahen sich vor einem Existenzproblem. In Westaustralien wurde dieses noch verschärft von einer grossen Herde Emus, etwa 20'000 Tieren, die die Felder der dort lebenden Bauern als praktische Nahrungsquelle sahen. Sie trampelten Felder nieder und zerstörten Zäune, die andere Schädlinge fernhielten. Die Bauern, viele von ihnen Kriegsveteranen, beschwerten sich beim Staat und forderten Militär-Unterstützung. Daraufhin wurden einige Soldaten mit Maschinengewehren entsandt, um die Emu-Population zu dezimieren. Die Emus bereiteten ihnen jedoch mehr Schwierigkeiten als geplant. Sie passten sich an, warnten ihre Freunde, wenn Soldaten im Anmarsch waren. Die Operation wurde kurz darauf abgebrochen. Der damalige Verteidigungsminister Australiens wurde daraufhin als «Emu-Kriegsminister» verspottet. Ob die Emus damit den Krieg «gewonnen» haben, lässt sich schwer sagen, verloren haben sie ihn aber sicher nicht.

Der lange Krieg ohne Schüsse (Spanien/Dänemark)

War mit Dänemark im Krieg: das Dorf Huéscar play
War mit Dänemark im Krieg: das Dorf Huéscar Ángel Gutiérrez Rubio, CC BY 2.0

 

Huéscar ist eine kleine Stadt in Spanien. Diesen ruhigen Flecken Erde umgibt eine kuriose Geschichte. 1981 fand ein dort ansässiger Historiker eine offizielle Kriegserklärung an Dänemark, die aus dem Jahr 1809 stammte. Die Kriegserklärung entstand im Zuge der napoleonischen Kriege auf der iberischen Halbinsel. Dänemark unterstützte die Franzosen, von welchen die Spanier sich losreissen wollten. Huéscar scheint besonders patriotisch gewesen zu sein und erklärte den Dänen den Krieg. Dieser «Krieg» ging jedoch vergessen, kein Schuss fiel und kein Mensch aus Huéscar oder Dänemark starb im Gefecht. Nach 172 Jahren «Kriegszustand» unterzeichneten der Bürgermeister von Huéscar und der dänische Botschafter am 11. November 1981 einen Friedensvertrag. Witzig: Die Flagge von Huéscar ist dieselbe wie die von Dänemark.

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