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Sibel Arslan ist die erste Kurdin im Nationalrat: «Ich glaube, als Schweizerin fühle ich mich nicht»

Sie war schon Opfer einer Polit-Intrige, kämpfte mit Betreibungen, fühlte sich vom SRF benachteiligt. Doch jetzt kann Sibel Arslan (35) einen Triumph feiern.

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Mit der Wahl der Juristin hatten in Basel nur die wenigsten gerechnet.  «Ich glaube, man wollte ein Zeichen setzen für Junge, Frauen und Migranten», sagt die Kurdin.. Möglicherweise auch gegen die Basler Medien, unter denen sie mehrfach zu leiden hatte.

Arslan politisiert am linken Flügel. Sie ist Mitglied der Gruppierung «BastA!» («Basels starke Alternative») und Fraktionspräsidentin des Grünen Bündnis im Grossen Rat. Letzterem gehört sie seit 2005 an.

Die türkische Kurdin kam 1991 in die Schweiz. Zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden jüngeren Brüdern. Der Vater lebte damals schon seit sechs Jahren als Flüchtling bei uns.

In SRF Dokfilm

Im Frühling sagte sie der «Tageswoche»: «Ich glaube, als Schweizerin fühle ich mich nicht, weil ich nicht von Geburt an Deutsch gesprochen habe. Zu oft werde ich auch darauf hingewiesen, indem ich immer wieder gefragt werde, von wo ich komme. Manchmal ist das anstrengend. Ich fühle mich aber absolut als Schweizer Bürgerin.»

Arslan ist auch eine der Hauptfiguren des Dok-Films «Der Wille zum Mitgestalten», den das SRF übermorgen Mittwoch (22.55 Uhr) ausstrahlt. Sie kann nicht verstehen, dass er nicht schon vor den Wahlen gezeigt worden ist. Das sei eine verpasste Chance gewesen.

Karriere über viele Stolpersteine hinweg

Die Polit-Karrier der 35-Jährigen verlief bis heute harzig, weil ihr immer wieder Steine in den Weg geworfen wurden. 2013 – sie wäre gerne in Basel Bürgerrätin geworden – wurden ihr Betreibungen in der Höhe von 10 000 Franken vorgeworfen. «Ich habe studiert, politisiert und gearbeitet. Ich habe nichts Falsches gemacht, sondern nur finanzielle Schulden gehabt, weil mir der reiche Onkel fehlte», erklärte Arslan. Die Sache sei aber längst erledigt.

Ende letzten Jahres waren die Schulden dann wieder ein Thema. Der Baselbieter Regierungsrat Isaac Reber (Grüne) hatte die Juristin zur Leiterin Straf- und Massnahmenvollzug gewählt, liess sie dann aber fallen, nachdem kritische Zeitungsartikel erschienen waren.

Jetzt arbeitet Arslan als einfache Juristin in der Baselbieter Verwaltung. Und sie sagt über all den Ärger, den sie gehabt hat: «Ich weiss auch nicht, wie ich das immer wieder schaffe. Aber ich komme jedes Mal gestärkt aus diesen Geschichten heraus.»

So gestärkt, dass ihr jetzt der Sprung nach Bern gelang.

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