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Softpunk: Pogo-Politik aus Ostdeutschland

Jennifer Rostock weibeln gegen die AfD und geben sich gereift. Ganz glücklich sind die Kritiker noch immer nicht.

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Jennifer Weist ist Sängerin der fast gleichnamigen Band. play
Jennifer Weist ist Sängerin der fast gleichnamigen Band. Getty Images

Ob sie die Bezeichnung mochte oder nicht, ist nicht überliefert. Jedenfalls titelt die deutsche Zeitung «Die Welt» vor wenigen Wochen über Jennifer Weist (29): «Sie ist die linke Helene Fischer.» Hat was. Jennifer Weist, oft nur Jennifer Rostock genannt: So heisst die Band der Sängerin. Schon vor Jahren sagte sie, dass sich das Jennifer im Bandnamen natürlich sehr wohl auf sie beziehe. Rostock steht für die Stadt, in der die Bandgeschichte so richtig begann.

Zwar gingen Weist und Keyboarder Joe Walter schon zusammen in den Kindergarten auf der Insel  Usedom. Die alte DDR war damals, Anfang Neunziger, erst seit kurzem Geschichte. Die Band formierte sich letztlich aber in der alten Hansestadt an der Ostsee. Das Gebiet der einstigen DDR wurde in Zusammenhang mit Jennifer

Rostock erst kürzlich wieder zum Thema.

Eines der (faktisch längst nicht mehr) neuen Bundesländer, Mecklenburg-Vorpommern, wählte am 4. September. Im Vorfeld stellte die Band einen Clip auf Youtube. «Wähl die AfD», sang Weist zynisch. Und meinte das Gegenteil. O-Ton: «Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.» Trotzdem wurde die Wahl zu einem Gross­erfolg für die Alternative für Deutschland.

Für Jennifer Rostock blieben viele Hass-Reaktionen: «Genau wegen solcher Schlampen wie dir wähle ich die AfD», steht auf einem Brief, den Weist auf Facebook postete. Und es gab Lob in der Kritikerszene. Zuvor war der Ruf von Jennifer Rostock nicht gut gewesen: Ihre Form des Punks schien blutleer, aufgesetzt, unglaubwürdig.

Auf dem neuen Album «Genau in diesem Ton» sind Jennifer Rostock ein paar Schritte weiter. Doch auf die schicke Ballade («Deiche») und das starke Elektrorock-Brett («Uns gehört die Nacht) folgt zu oft ärgerliche Punk-Schreierei («Hengstin»). Den Mittelweg haben Weist und Kollegen nicht gefunden, den zwischen Jeanne d’Arc und «Usedomina» («Stuttgarter Zeitung»). Zwischen links und Helene Fischer.

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