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Studie zeigt: Fruktose ist giftiger als man bisher dachte

Schon 10 Tage mit wenig Fruktose senken Blutdruck, Cholesterin und Insulin deutlich.

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Getty Images

Übergewichtige Kinder sind Professor Robert Lustigs Spezialgebiet – und Fruktose ist sein erklärter Feind. Seine Vorträge über das «Gift» namens Fruktose haben auf Youtube inzwischen Kultcharakter – im Minutentakt reiht er Indiz an Indiz und Pointe an Pointe. Doch der Tatbeweis -  the Proof oft the Pudding -  fehlte bisher. Deshalb kratze Lustig die nötigen Forschungsgelder für eine Studie zusammen. Er nahm 43 diabetesgefährdete Kinder und Jugendliche mit einem mittleren BMI von 36 (95 Kilo bei 1,63 cm), ermittelte ihre Essgewohnheiten und setzte sie dann während zehn Tagen auf eine Diät mit gleichviel Kalorien, Fett und Eiweiss wie bisher. Einzig der Zucker sollte durch Stärke ersetzt werden. Statt ungesunde Riegel gab es z.B. nicht viel weniger ungesunde Chips oder Gipfeli. Insgesamt wurde der Zucker (der zu 50% aus Fruktose besteht) von durchschnittlich 28 auf 10 Prozent der Kalorien reduziert, die Fruktose von 12 auf 4 Prozent. Diese 4 Prozent sind immer noch eher an der Obergrenze dessen, was die Leber problemlos verarbeiten kann. Diätberater achteten darauf, dass keines der Kinder weniger Kalorien zu sich nahm als bisher. Damit stellte Lustig sicher, dass die gemessenen Veränderungen nicht auf eine Gewichtsreduktion zurück geführt werden konnten.

Erwartungen weit übertroffen

Noch vor wenigen Jahren hätte man von einem solchen Experiment nicht viel erwartet: Zu kurz die Dauer, zu gering die Veränderung. Auch Stärke (Kartoffeln, Mehl, Reis usw.) wird sehr schnell zu Glukose abgebaut und wirkt dann wie Zucker. Damit bleibt als einziger Unterschied noch Fruktose. Und die galt vor wenigen Jahren noch als gesund, weil sie einen tiefen glykämischen Index hat. Klartext: Sie bewirkt keinen starken Anstieg des Blutzuckers. So gesehen hat die neue Lustig-Studie die Erwartungen weit übertroffen. Praktisch alle wichtigen Indikatoren für das metabolische Syndrom (Diabetes) verbesserten sich markant. Der untere Blutdruck sank um 5 Punkte, die Blutzuckerwerte um 5 bis 8 Prozent, die Blutfette (Triglyceride) um 33 und der Insulinspiegel um mehr als 50 Prozent. Nur wenige Werte, wie etwa die Harnsäure bewegten sich leicht in die falsche Richtung.

Hat die Studie also Lustigs These bestätigt? Fachkollegen haben Zweifel angemeldet. Die Studie mit 43 Probanden sei zu klein und mit zehn Tagen zu kurz. Ausserdem fehle eine Kontrollgruppe. Ein Kritiker bemängelt, dass trotz allen Bemühungen das Gewicht der Probanden im Schnitt um 0,9 Kilo gesunken sei. Selbst eine so geringe Gewichtsreduktion könne das Resultat beeinflusst habe. Ein anderer hält das Ergebnis schlicht für unglaubwürdig. Eine so kleine Umstellung der Diät könne niemals soviel bewirken.

Steuer auf Zucker

Diese Kritik wird Lustig freuen. Seine Studie deutet nämlich an, dass das Gift Fruktose noch schneller wirkt als selbst der Professor bisher für möglich gehalten hatte. Das wiederum wäre ein fast schon zwingendes Argument für eine Steuer auf Zucker und alle fruktosehaltigen Nahrungsmittel und Getränken. In Mexiko gibt es das schon. Doch bevor man ein solches Gesetz erlässt, möchte man es natürlich gerne noch genauer wissen. Es braucht also eine längere Studie mit mehr Testpersonen und mit einer Kontrollgruppe. Auf Professor Lustig wartet ein interessanter Auftrag. Und wenn er (oder seine Kollegen) schon dran sind, wollte man noch gerne wissen, wie viel mehr zu erwarten ist, wenn man zusätzlich noch die Kohlenhydrate (Stärke) stark einschränkt und mit gesunden Fetten ersetzt. Diverse Studien weisen darauf hin, dass man damit viele Stoffwechselkrankheiten in relativ kurzer Zeit heilen oder zumindest besser in den Griff kriegen kann. Offen ist allerdings, wie viel von dieser Wirkung allein auf die Fruktose entfällt. Für die Patienten ist es einfacher, nur auf Fruchtzucker zu verzichten, statt auch noch Spaghetti, Brot und Reis zu von der Speisekarte zu streichen. Wer selbst unter Übergewicht, hohem Blutdruck oder Diabetes leidet, muss nicht abwarten. Fruktose mit zuckerfreier Stärke zu ersetzen, verlangt keine allzu grossen Opfer und hat garantiert keine negativen Nebenwirkungen. Ein Selbstversuch drängt sich auf.

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