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Vom stetigen Lernen und geistiger Flexibilität

Lieber Herr Ramspeck: «Die Arroganz des Alters muss sich damit abfinden, von der Jugend zu lernen», schrieb einst Philosoph Burke. Doch die Natur arbeitet gegen uns, wenn sie dafür sorgt, dass sich unsere Flexibilität mit dem Altern versteift. Als junger Mensch kenne ich meine geistige Beweglichkeit. Neue Weltansichten bringen mich nicht in Rage, sondern erregen meine neugierigen Ohren. Wie haben Sie die Abnahme Ihrer geistigen Flexibilität dokumentiert? Lag Burke richtig, als er von «Arroganz» schrieb?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch)
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle

Mein Vater hat sich lebenslang geweigert, in seine Wohnung einen Fernsehapparat hereinzulassen. Mit dem Argument: Ich habe ihn bisher nicht vermisst, also brauche ich ihn nicht, nur weil es ihn jetzt gibt. Ich schlage da ganz meinem Vater nach. Was mir in der ersten Hälfte meines Lebens nicht notwendig war, hat sich mir in der zweiten auch nicht mehr aufgedrängt. Man darf das meinetwegen mangelnde Flexibilität nennen. Das betrifft aber schon mal nur die materiellen Bedürfnisse. Es meint ein schwindendes Verlangen nach Teilhabe an Möglichkeiten, die der Markt bietet. Was die geistige Flexibilität angeht, bin ich mit Edmund Burke aber einig. Was er als «Arroganz» bezeichnet, verstehe ich schlicht als Faulheit, den eigenen Kopf zu gebrauchen – die im fortgeschrittenen Alter besonders peinlich ist, weil sie sich dort gerne als Weisheit ausgibt: Senioren, die auf ihren zwei, drei Überzeugungen sitzen, die sie für den Ratschluss gereifter Erfahrung halten. Ich lerne von der Jugend immerzu. Beispielsweise, indem ich mit dir korrespondiere. Ich will wissen, wie die Jugend tickt. Nicht um die Jugend, sondern um die Welt besser zu verstehen. Und ich bin dir unendlich dankbar, dass du mir dabei behilflich bist.

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