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Während sich seine Landesregierung für Menschenrechte einsetzt: Ali al-Nimr soll geköpft und gekreuzigt werden

Saudi-Arabien will den heute 20-jährigen Ali al-Nimr köpfen und kreuzigen, weil er mit 17 gegen die Regierung demonstrierte. Gleichzeitig sind die Saudis im Uno-Menschenrechtsrat.

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Kann jederzeit hingerichtet werden: der von einem Scharia-Gericht verurteilte Ali al-Nimr (20).  play
Kann jederzeit hingerichtet werden: der von einem Scharia-Gericht verurteilte Ali al-Nimr (20). Twitter

Ali al-Nimr gehört der schiitischen Minderheit an, die von den streng sunnitischen Herrschern Saudi-Arabiens unterdrückt wird.

Der heute 20-Jährige kommt aus einer berühmten Familie. Sein Onkel, der populäre Prediger Nimr Baqr al-Nimr, war der Anführer einer Protestbewegung der Opposition und gilt als einer der entschiedensten Vorkämpfer für die Rechte der schiitischen Minderheit. Er wurde 2012 verhaftet, dabei angeschossen und im Oktober 2014 gemäss Scharia-Strafrecht zum Tode mit Kreuzigung verurteilt.

Hinrichtung kann jederzeit stattfinden

Auch Ali soll 2012 gegen das saudische Königshaus demonstriert haben. Jetzt wartet er auf seine Hinrichtung. Geht es nach dem Scharia-Gericht, soll Ali einer Terrorzelle angehören und Molotowcocktails auf Polizisten geworfen haben.

Das Geständnis dazu hat er zwar unterschrieben, seine Familie ist sich aber sicher, dass das unter Folter erzwungen wurde. Sie weist alle Anschuldigungen zurück: «Ali ist jung. Er war einfach nur mit Mitschülern auf Demonstrationen und hat Fotos gemacht», sagte ein Vertrauter der Familie dem Fernsehsender CNN.

Das Urteil des Gerichts gegen Ali lautet, der junge Mann solle zuerst enthauptet und seine Leiche anschliessend zur Abschreckung an ein Kreuz befestigt werden. Das Berufungsgericht hat den Schuldspruch letzte Woche bestätigt, die Hinrichtung kann also jederzeit stattfinden.

Uno fordert Aufhebung der Todesstrafe

Mohammed al-Nimr, Alis Vater, hat bereits bei König Salman um Gnade gefleht. Auch die französische Regierung hat sich eingeschaltet und möchte die Hinrichtung stoppen. «Frankreich ist sehr besorgt über die Lage von Ali al-Nimr, der zum Tode verurteilt wurde, obwohl er zu diesem Zeitpunkt minderjährig war», teilte das Aussenministerium in Paris mit.

Saudi-Arabien gehört neben Iran und Jemen weltweit zu den einzigen Ländern, die Halbwüchsige exekutieren.

Mehrere Uno-Menschenrechtsexperten haben Saudi-Arabien aufgefordert, die Todesstrafe aufzuheben. In einer Erklärung schreiben sie: «Saudi-Arabien muss seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen und Ali al-Nimr einen fairen Prozess ermöglichen.» Die Tatvorwürfe müssten von unabhängiger Seite geprüft werden genauso wie die Behauptung, das Alis Geständnis durch Folter erzwungen wurde.

Reagiert hat das Herrscherhaus in Riad auf die Forderungen bis jetzt noch nicht. Grotesk, dass der saudische UN-Botschafter ausgerechnet diese Woche in eine Schlüsselposition des Uno-Menschenrechtsrats gewählt wurde. Im laufenden Jahr wurden bereits 134 Menschen in diesem Land hingerichtet. Und Ali wird womöglich bald folgen. (liv)

 

Auf diese Vergehen folgt in Saudi-Arabien die Todesstrafe:

  • Vorsätzlicher und fahrlässiger Mord
  • Nicht tödlicher Terror-Angriff
  • Vergewaltigung / sexueller Übergriff
  • Ehebruch
  • Landesverrat / Abtrünnigkeit
  • einvernehmliche homosexuelle Handlungen mit Erwachsenen
  • Brandstiftung
  • Diebstahl
  • Einbruch
  • Drogenhandel und -besitz
  • Spionage
  • Rauschmittel-Konsum
  • Hexerei
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