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Wieso wir sie fürchten – und trotzdem brauchen: 10 Fakten über die Nacht

Unser Planet leuchtet heute so hell wie nie zuvor. Wir drängen die Nacht zusehends zurück. Dabei können wir ohne sie nicht leben.

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1. Zunehmende Lichtverschmutzung

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Seit der Erfindung des künstlichen Lichts macht der Mensch die Nacht zum Tag. Schon heute leben zwei Drittel der Europäer und Amerikaner an Orten, die nachts keine echte Dunkelheit mehr zulassen. Die Lichtmenge, die wir in die Nacht ausstrahlen, verdoppelt sich alle elf Jahre. Mediziner warnen denn auch vor der zunehmenden Lichtverschmutzung, die den natürlichen Rhythmus von Organismen störte und nicht nur Insekten und Vögeln, sondern auch dem Menschen schade.

2. Licht bei Nacht – ursächlich fremd

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Neue Studien zeigen, dass Tablets, Laptops und Handys Menschen am Einschlafen hindern können. Die blauen Wellenlängen von Displays unterdrücken die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das den Körper auf den Schlaf vorbereitet. «Licht bei Nacht ist vollkommen unnatürlich, dem Menschen ursächlich fremd und deshalb eine starke Belastung», sagt Steven Lockley von der Harvard Medical School. Unser Gehirn glaube dann nämlich, es sei Tag, weil es im Laufe seiner Evolution nie mit hellem Licht in der Nacht konfrontiert war.

3. Aufstände bei Dunkelheit

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Die Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft ist vergleichsweise jung. Bis Anfang des 17. Jahrhunderts bestand die Strassenbeleuchtung lediglich aus dem Licht, das aus den Fenstern fiel. Die Nacht gehörte den Verbrechern. Erst im 18. Jahrhundert wurden Städte nachts mit Öl- oder Waltran-, später mit Gaslaternen beleuchtet. In Städten wie London oder Paris avancierten Strassenlampen schnell zum Symbol für staatliche Kontrolle. Zeitweise waren im nächtlichen Paris 15 Prozent der Polizisten als Laternenträger unterwegs. Denn die Obrigkeit war sich sicher: Eine Rebellion kann nur bei Dunkelheit gedeihen.

4. Bei Nacht gefangen

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Früher waren die Menschen in der Nacht buchstäblich eingesperrt: Im Mittelalter verhängten die Städte nächtliche Ausgangsperren. Kommunen liessen Häuser und Stadttore noch bis ins 19. Jahrhundert verriegeln. In dieser Zeit war es daher normal, zu Beginn der Dunkelheit ins Bett zu gehen und in Abschnitten zu schlafen. Erst mit der Industrialisierung verdichteten sich die Schlafenszeiten. Fixe Arbeitszeiten in den Fabriken führten dazu, dass die Menschen immer später und am Stück schliefen.

5. Die Nacht als Mysterium

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Seit je überkommt die Menschen ein Unbehagen, wenn es dunkel wird, sei es die Angst vor Geistern, vor wilden Tieren, vor Mord und Totschlag, vor der Einsamkeit oder den eigenen Dämonen. Das kommt nicht nicht von ungefähr: Menschen überwinden bei Dunkelheit leichter mentale Grenzen, sind in der Regel kreativer, achten weniger auf soziale Regeln und verhalten sich riskanter. Allein der Gedanke an die Nacht scheint unsere Kreativität anzukurbeln: In einem Experiment der Stuttgarter Psychologin Anna Steidle zeichneten Probanden besonders ausgefallene Bilder von ausserirdischen Wesen, wenn sie bei schlechter Beleuchtung arbeiteten oder zuvor an Dunkelheit gedacht hatten.

6. Alkohol gegen die Müdigkeit

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Mit allen möglichen Mitteln versuchen die Menschen, gegen den Schlaf anzukämpfen. Mit Melisse, Baldrian, Hopfenzapfen, Opium, Alkohol. Letzterer hilft zwar beim Einschlafen, stört aber in der zweiten Nachthälfte den Schlaf und unterdrückt die REM-Phasen. REM (Rapid Eye Movement) steht für die Phase intensiven Träumens, die sich in einer Nacht mehrfach wiederholt und sich mit Tiefschlafphasen abwechselt. 24 Stunden ohne Schlaf verlangsamen die Reaktionszeit eines Menschen ebenso sehr wie ein Promille Alkohol im Blut. Aber: Nach 24 schlaflosen Stunden ist der Mensch mental leistungsfähiger als kurz nach dem Aufwachen.

7. Lange Wachbleiben dank Rohkost

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Den Weltrekord im Wachbleiben hält übrigens der Brite Tony Wright (Bild). Im Mai 2007 hielt er es elf Tage und Nächte – insgesamt 266 Stunden – ohne Schlaf aus. Damit übertraf er den 1964 aufgestellten Rekord des amerikanischen Studenten Randy Gardnder. Dieser hatte es zwei Stunden weniger ausgehalten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt Wright zufolge in der Ernährung – während seines Selbstversuchs nahm er nur Bananen, Avocados, Ananas, Nüsse und Karottensaft zu sich – und einer geschickten Koordination der Gehirnhäften.

8. Schlaf als Verjüngungsmittel

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Wer lange leben und jung sein möchte, sollte allerdings auf Experimente à la Wright verzichten. Denn Mediziner sind sich einig: Wer zu wenig schläft, altert schneller und senkt seine Lebenserwartung. Im Schlaf bilden Organe und Muskeln sowie die Haut, das Blut- und Immunsystem neue Zellen. Zeitgleich werden alte Zellen vom Körper aussortiert.. Bei Menschen mit Schlafmangel fanden Forscher hingegen Stoffe im Blut, die auf ein Absterben von Nervenzellen hindeuten.

9. Ein westliches Phänomen: Sozialer Jetlag

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Gesellschaftliche Zwänge können den biologischen Rhythmus des Menschen, gesteuert von der inneren Uhr, aus dem Takt bringen. Nach der inneren Uhr, die bei jedem Menschen unterschiedlich tickt, richten sich alle Abläufe im Körper, etwa wann wir müde oder munter werden, aber auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Bis zu 80 Prozent der in der westlichen Welt lebenden Menschen leiden infolge ungünstiger Arbeits- und Schulzeiten an einem «sozialen Jetlag». Oft müssen sie früher aufstehen, als es ihrem Chronotyp entspricht. Betroffene leiden unter Schlafmangel und rauchen statistisch gesehen besonders stark.

10. Schlafentzug als Therapie

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In manchen Fällen kann Schlafentzug aber auch positive Auswirkungen haben. So kann akuter Schlafmangel redselig und manchmal regelrecht euphorisch machen. Bei depressiven Patienten wird Schlafentzug daher mitunter als begleitende Therapie eingesetzt, da er schon kurzfristig die Stimmung aufhellt und schneller wirkt als etwa Antidepressiva.

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