Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Kino: Jenseits von «Heidi»

Zehn junge Regisseurinnen und Regisseure halten der Schweiz mit «Heimatland» den rechten Aussenspiegel vor. Den Kritikern gefällts.

, Aktualisiert 18 Reax
teilen
teilen
15 shares
«Heimatland» - Trailer

«Heimatland»

Abstract: Eine unheimliche Wolke verdunkelt den Himmel über dem Land. Es kommt zu Stromausfällen, die Wasserversorgung bricht zusammen, Läden werden geplündert. ­Panik treibt Tausende an die Grenzen. Denn an der Grenze stoppt die Wolke. Und an der Grenze werden auch die Flüchtlinge aus der Schweiz gestoppt: Denn die EU lässt nur noch Menschen mit EU-Pass ins sichere Ausland.

Länge: 100 Min.

Land: Schweiz

Besetzung: Peter Jecklin, Dashmir Ristemi, Egon Betschart, Florin Schmidig, Gabriel Noah Maurer, Julia Glaus

Regie: Lisa Blatter, Gregor Frei, Jan Gassmann, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Michael Krummenacher, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp, Mike Scheiwiller

Das sagt Lifestyle Reporterin Tanya König

Die Schweiz im Ausnahmezustand wegen der «drohenden» Flüchtlingswelle? Diese Angstmache kann ich nicht mehr hören. Jene, die wirklich Angst ­haben müssen, werden als Gefahr eingestuft. Was für eine verkehrte Welt!
Zehn junge Regisseure aus der West- und Deutschschweiz drehen den Spiess um und zeigen, wie wir Schweizer im Ausnahmezustand reagieren könnten, und halten der Gesellschaft den Spiegel vor.
Endlich haben sich talentierte Künstler zusammengetan, um ihre einzelnen Geschichten zu einem Katastrophenfilm zu verweben, in einer Form, die als Einheit daherkommt. Endlich sehen wir Filmschaffende, die aufstehen und wachrütteln wollen.
Ob «Heimatland» das Zielpublikum erreicht, bleibt trotzdem fraglich – zumal der Film zunächst erst in ­Arthouse-Kinos und in den Städten anläuft und nicht auf dem Land oder in den Mainstream-Palästen. Das Zielpublikum wären weniger die Gleichgesinnten, sondern die Anhänger der grössten Partei der Schweiz. Ihnen wünscht man den Mut, sich den Film anzuschauen, ihn nicht sofort zu diffamieren und sich vielleicht ein Stück weit selbst zu erkennen. Doch ich ahne bereits die Kommentare. Ich hoffe, dass ich damit falschliege.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

Das sagt Film-Redaktor Lukas Rüttimann

Über mangelnde Präsenz kann sich der Schweizer Film zurzeit nicht beschweren: «Schellen-­Ursli», «La Vanité», «Youth» und ­andere Filme sorgen für eine wahre Hausse an zumindest einheimisch koproduzierten Kino-Werken. Eine vielfältige dazu: Heimatfilme, ­Dokus, Dramen, Komödien – für ­jeden ist etwas dabei. Oder fast. Denn Filme, die eine junge, urbane und – nennen wir sie mal – coole Schweiz spiegeln, sind nach wie vor eher rar gesät. Hier schafft «Heimatland» Abhilfe. Trotz des Titels strahlt dieser Schweizer Film ein für hiesige Verhältnisse ungewöhnliches Selbstbewusstsein aus.
Die zehn jungen Regisseurinnen und Regisseure sind keine Kompromisse eingegangen und haben ihre Ideen zu einer brandaktuellen Gedankenspielerei mutig umgesetzt: Was, wenn nicht die Schweiz mit Flüchtlingen konfrontiert wäre – sondern die Schweizer selbst zu Flüchtlingen würden?
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, atmosphärisch, visuell und inhaltlich. Klar: Bei zehn verschiedenen Geschichten bleibt die Tiefe auf der Strecke, zumal die verschiedenen Handlungsstränge am Ende nicht zusammenlaufen. Das kann Hollywood besser.
Dennoch lohnt es sich, diesem etwas anderen Heimatfilm eine Chance zu geben. Die neue «Heidi»-Verfilmung kommt früh genug.

Bewertung: 3 von 4 Sternen

Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Bilder des Tages

Newsletter

Erhalte die besten Geschichten täglich per E-Mail Newsletter Abonnieren

Social Stream


Das könnte dich auch interessieren

Bilder des Tages

In den Flieger «hineinfliegen»
1 Reax

Heiss auf Blick am Abend

Schnügel des Tages

Schnügel vom 09.12.2016
3 Reax