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«Lieber Herr Ramspeck, macht uns der Fitness-Wahn zu Narzissten?»

Lieber Herr Ramspeck. Die DOK-Reportage der SRG über Fitnesswahn zeigte drei junge Menschen, zeigte deren Alltag, der sich um den perfekten Körper dreht. Jedes Nahrungsmittel wird abgewogen, man stemmt täglich stundenlang Gewichte, lebt nur für sein Äusseres. Hat man auch zu Ihren Zeiten Sport nicht nur zur Freude betrieben? Gibt es eine zeitliche Begrenzung dafür, wie lange man sich täglich mit seinem Körper beschäftigen soll? Sind wir auf dem Weg, alle Narzissten zu werden?

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Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch) play
Young Küken Joëlle Weil (joëlle.weil@ringier.ch)
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch) play
Elder Statesman Jürg Ramspeck (jürg.ramspeck@ringier.ch)

Liebe Joëlle,

In «meinen Zeiten» gab es noch keine Fitness-Studios, solche waren auch gar nicht nötig: Als Kriegsgeneration waren wir durch die Lebensmittelrationierung quasi zwangsweise daran gehindert, Fettpolster anzusetzen. Dick wurde nur, dessen unabänderliches Schicksal es war, dick zu werden. Das hat sich bei uns auch im Turnunterricht ausgewirkt, der ja an sich dafür vorgesehen war, uns körperlich zu ertüchtigen. Wir machten dem Turnlehrer klar, dass wir an den von ihm offerierten Leibesübungen nicht interessiert waren und die Turnstunde benötigten, um dem Hallen-Fussball zu frönen. Dies allerdings mit Leidenschaft. Insofern taten wir schon etwas für unseren Kalorien-Verbrauch, wenn auch ausschliesslich zu unserem Vergnügen. Also waren wir nicht darauf konditioniert, unsere Bauchumfänge an herrschenden Idealen zu messen, denen zu entsprechen sich heute eine von Wohlstand verwöhnte Gesellschaft abmüht. Ich denke nicht, dass wir auf dem Weg sind, Narzissten zu werden, sondern einfach zu Hause und im Berufsleben zu wenig natürliche Bewegung haben, um uns gut zu fühlen. Vor Auswüchsen hüte sich, wer kann. Aber gegen einen locker trainierten Body ist gewiss nichts einzuwenden.

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