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Smalltalk mit Jan Gassmann (32), «Heimatland»-Regisseur: «Wir verlieren den Bezug zu Europa»

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Mutiger Filmemacher: Jan Gassmann. play
Mutiger Filmemacher: Jan Gassmann. Valeriano Di Domenico

Jan Gassmann, sprechen Sie noch mit Ihren Mitregisseuren? Sie haben mit neun Kollegen «Heimatland» realisiert – und sich nicht zerfleischt?

(Lacht) Jeder von uns musste sein Ego zurücknehmen – und das ist bei Filmemachern ja so eine Sache. Aber uns lag «Heimatland» derart am Herzen, dass wir die persönliche Befindlichkeiten hinten anstellen konnten. Dieser Film war eine Lektion in Demokratie für uns alle.

Sie lassen darin die Schweiz untergehen. Ist Ihnen Ihre Heimat zuwider?

Ganz im Gegenteil! Weil wir die Schweiz derart lieben, fluten wir sie in «Heimatland». Wir spielen das Szenario der Apokalypse durch, fragen uns: «Was wäre, wenn die Schweizer selbst zu Flüchtlingen werden, was, wenn das Ende naht?» Als wir mit dem Schreiben des Drehbuchs anfingen, war das Fluchtthema noch weit weg von Europa.

Im Film hält Nato-Stacheldraht Schweizer Flüchtlinge davor ab, in die sichere EU zu gelangen.

Wir sind von der Aktualität überholt worden. Dies hat uns noch mehr darin bestärkt, dass es «Heimatland» braucht. Wir sind gezwungen, immer mehr zu Schweizern zu werden und distanzieren uns von der Aussenwelt, von der wir aber leben und mit der wir unseren Reichtum erwirtschaftet haben.

Die Schauspieler in «Heimatland» sind meist unbekannt. Fanden Sie keine Stars?

Wir haben bewusst keine Schauspieler eingesetzt, deren Gesicht schon bekannt ist. Erst dadurch kann sich der Zuschauer richtig in dieses Szenario begeben – und den Untergang mit den Charakteren durchleben. Wir haben extrem viel gecastet – und wahnsinnige Talente gefunden.

Was soll «Heimatland» bewirken?

Diskussionen! Ich hoffe, der Zuschauer läuft aufgewühlt aus dem Kino, egal ob positiv oder negativ. Hauptsache, er fängt an zu denken.

«Heimatland» läuft in den Kinos. Der Film war im Sommer der einzige Schweizer Beitrag im internationalen Wettbewerb von Locarno und gewann letzte Woche den Berner Filmpreis.

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