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Wie Prince unsere Robin schon als 11-Jährige beeinflusste: «Er inspirierte mich dazu, meinen eigenen Weg zu gehen»

«Welchen Prinz gehst du anschauen?», fragten mich meine Klassenkameradinnen 2002. Heute weiss ich die Antwort.

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Das Ticket des ersten Konzerts aufbehalten: Robin sah Prince mit 11 Jahren im Zürcher Hallenstadion. play
Das Ticket des ersten Konzerts aufbehalten: Robin sah Prince mit 11 Jahren im Zürcher Hallenstadion. ZVG

Das erste Mal, als ich Prince live sah, hatte ich nicht wirklich Lust darauf. Ich war elf Jahre alt und mitten in meiner Anastacia-Fan-Phase - mitsamt ausgestellten Glitzer-Jeans, Zöpchen in den Haaren und rosafarbener Brille. Was sollte ich mit Prince, von dem ich sowieso nur ein, zwei Songs kannte?

Ich liess mich dann aber doch von der Euphorie meines Vaters mitreissen, der schon seit Wochen von nichts anderem mehr redete und entschied zusätzlich, den Abend im Zürcher Hallenstadion als Möglichkeit, meine neu entdeckten (und rückblickend absolut absurden) Styling-Künste auszuleben. Mein Enthusiasmus wurde gebremst, als ich feststellte, dass meine Gspänli in der 5. Klasse keine Ahnung hatten, wovon ich redete, als ich ihnen von meinen abendlichen Plänen erzählte. «Welchen Prinz gehst du anschauen?» fragten mich meine Anastacia-Mitfans. Ich wusste nicht recht, was antworten.

Ich war wie hypnotisiert

Am Abend war es dann so weit. Nach einer Viertelstunde rumstehen erklang die erste Gitarren-Note - und ich war wie hypnotisiert. Ich sah vor allem eins: Eine silbern glitzernde Gitarre, die geformt war, als gehörte sie zu einer anderen Welt, zu einer Märchenkönigin oder einem Ausserirdischen vielleicht. Und der Schatten eines kleinen Manns dahinter. Um mich herum gingen Hände in die Luft, die Leute schrien und pfiffen und bewegten sich, im Bann der Töne, in Richtung Bühne.

Auch Prince trug mal eine rosafarbene Brille. play
Auch Prince trug mal eine rosafarbene Brille. Keystone

Sei, wer du bist!

Der Musiker entlockte den Instrumenten, die er spielte, Töne, wie ich sie so noch nie zuvor gehört hatte. Prince live war kein Vergleich mit Prince auf CD. Es schien, als ob er sich wirklich von der Musik mitreissen lassen würde - da war nichts Gekünsteltes und nicht einmal ein Anflug von Routine. Der Mann lebte die Musik.

«You need to love yourself and be who you are!» sagte er dem Publikum. Mit seinen knallengen Klamotten, seinem exzentrischen und leidenschaftlichen Auftritt fiel es mir nicht schwer, ihm diese Message abzunehmen.

6 Jahre später sah ich ihn wieder, am gleichen Ort, mit der gleichen Aufregung im Bauch. Und doch war alles anders. Nach dem ersten Konzert drehte ich jedes Mal, wenn «Purple Rain» im Radio kam, voll auf. Ich habe noch heute jedes Mal Gänsehaut, wenn ich das Lied höre. Anastacia? Passé. An diesem ersten Abend hatte mich Prince dazu inspiriert, meinen Fünftklässler-Horizont zu erweitern und nicht einfach nur mit der Masse mitzugehen. Er inspirierte mich dazu, meinen eigenen Weg zu gehen. Dubiose Outfits inklusive.

Das zweite Konzert war eine Bestätigung der ersten Erfahrung. Prince faszinierte, er hatte eine unglaubliche Ausstrahlung, er zog das Publikum in seinen Bann. Er war sexy. Es gibt nichts Anziehenderes als ehrliche Leidenschaft.

Heute habe ich eine Antwort auf die Frage meiner Klassenkameraden. Prince war vieles für viele. Er war eine riesige Inspiration. Für mich war er der Inbegriff eines Vollblutmusikers und der Beweis dafür, dass es die Leidenschaft ist, die einen Künstler - und einen Menschen - ausmacht. Mit oder ohne rosafarbener Brille.

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