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Wo ist die Euphorie hin? Darum nervt mich Deep House im Club

Deep House ist in. Robin Schulz und Konsorten im Ausgang omnipräsent. Ich komme damit überhaupt nicht klar. Wie soll man zu dieser Musik abgehen?

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Duke Dumont - The Giver (reprise)

Neulich in einem Mainstream-Club. Es ist Mitternacht, langsam trudeln die Leute ein. Das Warm-Up-Set aus Deep- und Techhouse bringt etwas Stimmung in den Club, die Leute wippen von rechts nach links. 01:30 Uhr, der Main-DJ übernimmt. Ich freue mich, dass es jetzt gleich richtig losgeht. Der erste Track beginnt, ich warte auf den mitreissenden Drop, der das Haupt-Set eröffnet und für mich das Weekend einläutet. Doch vorerst bleibt der Track langsam und «chill». Der zweite ebenso. Und als auch der dritte ein dumpfer Deep-House-Track ist, realisiere ich: Das bleibt wohl so. Enttäuscht trinke ich meinen Drink aus und verabschiede mich von meinen Freunden. Das Partyvolk wippt weiter.

Solche Momente hatte ich seit letztem Jahr immer öfters. Events, die als «Open Format» angepriesen wurden, sind plötzlich zu Deep-House-Partys mutiert. Und ich verstehe überhaupt nicht wieso. Klar, Duke Dumonts «The Giver» ist ein super Stück Musik - am Strand, im Warm-Up- oder Closingset, aber doch nicht zur Primetime. Robin Schulz und Konsorten haben EDM-Produzenten als Beatport-Leader abgelöst. Aber im Club geht dann trotzdem niemand zu «Sugar» ab.

Ich vermisse die Euphorie im Ausgang. Man kann von der Swedish House Mafia musikalisch halten, was man will, aber als «Antidote» oder «Save the World» gespielt wurden, sprangen Leute auf und ab, Hände ragten in die Höhe und es «ging ab». Ebenso bei Martin Garrix' «Animals». Heute wird von links nach rechts gewippt und am Drink genippt. Macht das Spass?

 

In kleinen Szene-Clubs sehe ich für komplette Deep- und Techhouse-Sets durchaus Platz. Aber je länger je mehr wird auch in den «grossen» Clubs vorwiegend diese Musik gespielt. Neulich sprach ich mit einem DJ, den diese Entwicklung ebenfalls verwundert. Er fragte mich, ob ich eine Idee habe, was los sei. Deephouse-Tracks sind auf Beatport Platz 1, aber im Club geht dann niemand dazu ab. Ich wollte ihm die selbe Frage stellen. Wenn keine Stimmung aufkommt, wieso werden diese Tracks dann so oft gespielt? Verstehe ich mit 25 die «Jungen» schon nicht mehr?

Alte House-Fanatiker wird die ganze Entwicklung freuen. Endlich ist das poppige Progressive/Electro-House-Zeug weg. Ich bin aber kein Fanatiker. Ich bin ein normaler Typ, der am Wochenende gerne ausgeht und, wie Hans Entertainment es sagen würde, einfach mal «eskalieren» will. Euphorie spüren will. Energie, Menschen, die sich freuen, «pumped up» sind und zum Beat in die Höhe springen sehen will. Diese Energie fehlt mir in Zürich je länger je mehr. Ich mochte Mainstream-EDM (Hipster machen sich gerade kollektiv in den Bart) und die Atmosphäre der Freude, die es verbreitete. Aber es scheint, als gäbe es keinen Platz mehr für Leute wie mich. Seufz, bleib ich am Wochenende halt zuhause und mach Ego-Party mit Youtube.

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