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Vonn träumt weiter von Geschlechter-Duell: «Ich schlage die Hälfte aller Männer»

Männer gegen Frauen! Wie würde ein Geschlechter-Kampf im Ski wohl ausgehen? Lindsey Vonn ist von sich überzeugt. Weltcup-Leaderin Mikaela Shiffrin sieht es differenziert.

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Noch hat Lindsey Vonn in diesem Winter kein Rennen bestritten. Und auch wenn sie nun wieder auf Schnee trainiert, kämpft die 32-Jährige nach ihrem Oberarmbruch weiterhin um das Comeback. Wann dies stattfindet, lässt sie noch offen.

Grosse Töne spuckt sie bereits wieder. In einem Interview mit «60 Minutes Sports» sagt Vonn, dass sie weiterhin davon träumt, eines Tages gegen Männer antreten zu dürfen. «Wenn ich mit ihnen trainiere, schlage ich die Hälfte von ihnen. Sie wollen nicht bloss gestellt werden», so der US-Star.

Es stellt sich die Frage: Ist Vonn einfach nur selbstbewusst? Oder doch überheblich? Fakt ist: Vonn ist mit 76 Siegen die erfolgreichste Fahrerin der Ski-Geschichte und auf Speed-Strecken seit über einem Jahrzehnt das Mass aller Dinge.

Der Wunsch, sich mit Männern zu messen, ist also ein Stück weit naheliegend. Bereits 2012 stellte Vonn («Ich würde nicht alle schlagen, das ist klar») eine entsprechende Anfrage an die FIS, diese wurde aber abgewiesen. «Frauen dürfen nicht an Männerrennen teilnehmen und umgekehrt», lautete die trockene Begründung.

Flatscher: «In Wengen oder Kitz wäre Diskussion rasch zu Ende»

Vonn, die selbst oft auf Männer-Ski fährt, gibt aber nicht auf. «Mein Ziel ist es, bis zu den Olympischen Spielen 2018 Rennen zu fahren. Aber eigentlich hoffe ich noch auf eine weitere Saison. Dann, in meinem letzten Winter, will ich in einem Rennen gegen Männer antreten.»

Aber hätte Super-Lindsey gegen Männer überhaupt eine Chance? Entscheidend wäre wohl die Strecke, auf der ein solcher «Showdown» stattfinden würde.

Der Schweizer Frauen-Cheftrainer Hans Flatscher ist überzeugt: «Wenn Lindsey in Wengen oder Kitzbühel fahren müsste, wäre die Diskussion rasch zu Ende.» Sprich: Vonn wäre chancenlos. 

Realistischer wäre ein «fairer» Geschlechter-Kampf in den technischen Disziplinen. Slalom-Dominatorin Mikaela Shiffrin (21), die selbst so oft wie möglich mit Männern trainiert, erzählte vor einigen Wochen in Sestriere im Hotel: «Ich war vor einigen Jahren einmal Vorfahrerin bei einem Männer-Riesenslalom in Beaver Creek. Da hätte ich es mit meiner Zeit gerade so in den zweiten Lauf geschafft.»

Der Hang und die Kurssetzung sei aber verhältnismässig einfach gewesen, was ihr entgegen gekommen sei, so Shiffrin. «Letztlich sind die Männer physisch einfach stärker», ergänzt «Miki».

Die Weltcup-Leaderin aus Vail bringt wohl die Gedanken vieler Fans und Fahrerinnen auf den Punkt, indem sie sagt: «Es wäre cool, wenn Männer und Frauen einmal gemeinsam fahren würden. Vielleicht ist das aber nicht die vernünftigste Idee.» Shiffrin muss dabei lachen. Teamkollegin Vonn meint es dagegen ernst.

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