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Zirkus ersetzt Tiere mit Hologramm

Als erster Zirkus der Welt setzt «Roncalli» auf eine kostspielige Lichtshow statt lebender Tiere.

Zirkus Roncalli

Der deutsche Zirkus Roncalli fing bereits in den 90er-Jahren an, Tiere aus ihren Shows zu entfernen. Nun machen sie einen weiteren Schritt in die richtige Richtung: Sie ersetzen alle Tiere mit einem ausgeklügelten Hologramm.

Elf Hochleistungsbeamer und ein transparentes Netz werden eingesetzt, um den Zirkusgästen eine Show zu bieten. Es performen digitale Elefanten, Pferde und sogar ein Goldfisch. Der Gründer des Zirkus «Roncalli», Bernhard Paul aus Oberösterreich, sieht sich selbst als Zirkushistoriker: «Der Zirkus hat sich in seiner Geschichte immer wieder neu erfunden, er hat immer die neueste Technologie verwendet.» Mehr als 300’000 Euro hat sich der Zirkus Roncalli das Spektakel kosten lassen. Dafür durfte er sich im letzten Jahr aber auch über 600’000 zahlende Gäste freuen.

Steigendes Problem mit Tierhaltung und langweilige Elefanten

Zirkus Roncalli

Paul erklärt gegenüber der «Zeit», wieso für ihn lebendige Tiere in der Manege nicht mehr in Frage kommen: «Wie ein Elefant aussieht, das weiss heute doch jedes Kind. Den muss man doch nicht mehr zeigen.»

Es wird immer schwieriger, Tiere im Zirkus zu halten

Es gibt aber auch strukturelle Gründe, wieso Paul auf die Tiere verzichtet: «Das Problem mit der Tierhaltung würde in den nächsten Jahren nur grösser werden.» Er spricht von den langen Staus auf Autobahnen und davon, dass die Zirkusse immer weniger Platz in den Städten bekommen. Als Einknicken vor Tierschutzorganisationen will er seine Innovation aber nicht sehen. Der Grund für das Verzichten auf lebende Tiere erfolgte eher, weil der Zirkusdirektor etwas Neues wollte.

Der Zirkus «Roncalli» tourt momentan durch Deutschland. Wer sich die Hologramm-Show anschauen will, muss also ins Nachbarland reisen. In der Schweiz sind keine Shows geplant.

Wenn du wissen willst, wie die Hologramm-Show aussieht, kannst du es dir hier im Video ansehen.

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