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11.04.2017 54 Reax
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In die Hand

Im Zug mit Katja Walder.

Erst hörte ich nur das Geräusch: ein lautes, kräftiges, ungeniertes Rotzen. Ich musste nicht hinschauen, um zu wissen, wie dieses Geräusch zustande gekommen war: Da hatte sich gerade jemand ohne Taschentuch direkt in die Handfläche geschnäuzt, indem er sich mit dem Daumen das eine Nasenloch zugehalten hatte. Als wäre die Vorstellung alleine nicht schon schlimm genug, schaute ich hin. Und schon schnäuzte es wieder. Zufrieden sass der ÖV-Schnäuzer dort – mit der blanken Hand vor der Nase und zu viel Rotz darin. Der asiatische Tourist brachte durch seine Schnäuz-Technik nicht alle störenden Bööggen weg. Deshalb begann er, ausführlich mit ausgestrecktem Zeigefinger in seinen Nasenlöchern zu bohren. Erst im linken, mit grossen kreisenden Bewegungen, dann im rechten. Nochmals ein kurzes Zwischenschnäuzen in die Hand, Kontrollblick – weiterbohren. Mir war schlecht. Und ich erinnerte mich an einen ähnlichen Kulturen-Clash, als ein Asiate im venezianischen Restaurant Spaghetti alle vongole derart laut schmatzend in sich hineinschlürfte, dass mir der Appetit verging. Im besten Fall, dachte ich mir und beobachtete den ÖV-Schnäuzer mit einer gewissen Ehrfurcht, vertreibt er so immerhin Döner-, McDonald’s- und Thonbrötli-Esser.

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