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Bellevue-Bar

03.08.2018 23 Reax
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Wie einer in den Wald ruft

Hannes Britschgi - unser Mann in Bern

An dieser Stelle habe ich Mitte Juni unter dem Titel «Der laut denkende Bundesrat» Ignazio Cassis’ Arbeitsmethode kommentiert. Er beliebt, öffentlich laut zu denken, alte Positionen in Frage zu stellen, sogenannte rote Linien auszubleichen, bis sie rosarot sind, sprich: Freund und Feind aus der Reserve zu locken. Gestern hat sich Bundesrat Cassis in seiner Rede zum 1. August im sankt-gallischen Rorschach erklärt: «Ich liebe es, manchmal etwas laut zu denken, um zu spüren, was überhaupt gedacht wird.» Der Lautdenker testet die politische Stimmung. Gekauft. Schon Parteikollege, Alt-Bundesrat Pascal Couchepin, scheute sich nicht, öffentlich laut zu denken. Vor 15 Jahren lancierte er die Diskussion über das Rentenalter 67. Die neusten Meinungsumfragen suggerieren: Es gibt erste Mehrheiten für eine Rentenaltererhöhung. Cassis’ Methode hat Potenzial, aber sie braucht viel Zeit. Die hat er nicht. Bis im Herbst wollte Cassis – laut gedacht – ein Rahmenabkommen mit der EU ausgehandelt haben. Seit seinem lauten Nachdenken über die 8-Tage-Regel beim Lohnschutz hat er leise nachgeschoben: Lieber ein gutes Abkommen als ein schnelles. Wer möchte widersprechen ... Ruhe im Unterholz.

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