Finde den folgenden Gegenstand beim Surfen auf Blickamabend.ch und gewinne tolle Preise!
Suche starten
Du hast den Gegenstand gefunden! Klicke auf Mitmachen und nehme am Gewinnspiel teil.
Mitmachen

Bitte einsteigen

20.06.2017 111 Reax
teilen
teilen
0 shares

Seit zwanzig Jahren Chauffeur – und noch weitere 28

Der 3. Juli 1997 hat für immer einen Platz in meinem Gedächtnis – und in meinem Fahrausweis: An jenem Tag vor 20 Jahren habe ich meine Car-Prüfung absolviert. Seitdem bin ich stolzer Besitzer eines Billetts der «Kategorie D». Ich wollte schon als Teenager Journalist werden. Doch mein Traum vom Busfahren ist älter: Bereits als kleiner Bub war Bus-Chauffeur mein Ziel. Heute mache ich beides – täglich Journalismus, monatlich Busfahren. Während meiner Kantizeit brachte ich dann eine Fahrgastzeitschrift für den Regionalbus Lenzburg heraus. Als ich das Mindestalter erreicht hatte, kannte ich dort schon alle Mitarbeiter, und der damalige Technikchef gab mir persönlich Fahrstunden auf dem Linienbus. Doch dann kam jener 3. Juli! Vor lauter Nervosität hatte ich schlaflose Nächte. Jedenfalls war ich gerädert, als die eigentliche Carprüfung begann. Sie bestand aus einer zweistündigen Fahrt – durch engste Gassen, über unübersichtlichste Kreuzungen, an fiesesten Umleitungsstrecken vorbei. Dabei hatte ich immer noch ein Trauma von meiner Autoprüfung vier Jahre zuvor: Die hatte ich beim ersten Mal verhauen – es klappte erst beim zweiten Mal. Doch bei meinem Höllenritt bei herrlichstem Frühsommerwetter durch den Aargau ging es mir dann wie bei jedem grossen Auftritt – erst bin ich so nervös, dass mir fast die Hände flattern. Tunnelblick, Schweissausbruch, Atemnot – das volle Programm … Doch dann sorgt genau dieser Adrenalinschub für volle Konzentration. Und die Nervosität verfliegt. Am Ende meinte der Experte beinahe poetisch: «Man merkt, dass Sie Passagiere transportieren und keine Kartoffelsäcke. Sie haben bestanden!» Mit 20 Jahren am Steuer bin ich heute einer der dienstältesten Chauffeure beim Regionalbus Lenzburg. Da die Altersgrenze für Aushilfen bei 70 Jahren liegt, brauchen Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich mit dem Einsteigen nicht zu beeilen: Ich werde weitere 28 Jahre lang einmal im Monat meinen Linienbus chauffieren – falls nicht selbstfahrende Busse bis dann unser ganzes Team überflüssig gemacht haben.

teilen
teilen
0 shares
Wie findest du den Artikel?

Unsere Leser empfehlen

Meist gelesen

Bilder des Tages