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18.07.2017 99 Reax
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Service public

Christian Dorer ist Chefredaktor der Blick-Gruppe und fährt 1x pro Monat beim Regionalbus Lenzburg.

Letzten Samstag begann die Schicht um 5.42 Uhr – in meiner gesamten Laufbahn als Journalist war ich noch nie so früh im Büro. Aber heisst es nicht «Morgenstund hat Gold im Mund»? Ganz offensichtlich wollen trotzdem nicht viele wissen, wie es sich anfühlt, wenn der Tag erwacht. Selbst an einem herrlichen Sommertag wie diesem: Auf meiner ersten Tour begleiten mich exakt zwei Passagiere. Als ich mit meinem Chauffeurskollegen Silvestro von einer anderen Linie an der Endstation zwei S-Bahnen abwarte, steigt niemand in unsere Busse. «Wir sind hier die Abnormalen», sagt Silvestro, lacht und fährt leer davon. Offiziell heisst diese Abnormalität «Service public». Sogar am Samstag kurz nach Sonnenaufgang bedienen wir noch den hintersten Krachen. Zum Beispiel Bettwil, das abgelegenste Dorf auf dieser Strecke: 648 m ü. M., hoch über dem Hallwilersee, 606 Einwohner. Selbst am Wochenende fährt von 7 bis 20 Uhr jede Stunde ein Bus. Gäbe es weniger Verbindungen, würden alle das Auto nehmen. Was Service public bedeutet, zeigt sich auch in den Kassen. In der des Staates, der pro Jahr 4,6 Milliarden für den öffentlichen Verkehr zahlt. Und in meiner eigenen: Bei Schichtende habe ich 117.50 Franken eingenommen – weniger als die Hälfte meines Lohns!

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